Marburg


Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen  Johann Wolfgang von Goethe

Marburg, 12.04.2014

 

Heute ist es endlich so weit. Wir gehen das erste Mal auf Wohnmobil-Tour. Nicht um jemand zu besuchen und unseren ganzen Stolz über unsere neue Errungenschaft zu zeigen, nein- einfach so, machen wir einen Ausflug. Wenn man spontan ist, so wie wir, dann hat man natürlich nicht sofort ein Ziel parat. Aber das ist das kleinste Problem. Jetzt wollen wir mal "testen", was die verschiedenen Wohnmobilführer uns so vorschlagen. Wie wär`s denn mit Marburg?

 

Als "Newcomer" haben wir uns natürlich mit allem eingedeckt, was man uns empfohlen hat. Das heißt: Stellplatzführer, verschiedene Reiseführer, Bordbuch etc.

In der örtlichen Buchhandlung habe ich logischerweise auch gestöbert und bin fündig geworden.

Weil ich Buchhandlungen liebe und Reiseberichte, würde ich am liebsten alle Reiseführer auf einmal kaufen - und auch sofort mit den verschiedenen Reiseplanungen beginnen. Zwischenzeitlich könnte ich Zuhause schon fast selbst eine "Reisebuchhandlung" aufmachen, soviel Bücher, Prospekte und DVDs habe ich in den Jahren angesammelt. Aber für unseren heutigen Ausflug habe ich aus der Womo-Reihe einen Führer über Hessen erstanden.

Die Entscheidung fällt für Marburg. Für einen Tagesausflug nicht schlecht. Studentenstadt, dh. es ist auch was los und die Stadt hat das typische Flair, das Studentenstädte so haben. Kleine Cafés, Kneipen und eine gewisse Leichtigkeit.

Da wir nicht übernachten wollen, fahren wir nicht auf die vorgeschlagenen Stellplätze der Stadt. Wir fahren in die Stadt hinein und suchen einen Parkplatz. Nicht zu vergessen, wir sind blutige Wohnmobilanfänger und ein Stellplatzproblem wegen der Größe eines Wohnmobils ist uns noch nicht bewußt. Und wie das meist so ist, wenn man unbedarft an eine Sache herangeht - wir haben Glück. Es gibt einen ausgewiesenen Parkplatz mit genügend Stellfläche für größere Autos in Innenstadtnähe.

 

Also Stadt anschauen, Schloß & Schloßpark besichtigen und dann irgendwo einen Kaffee trinken.

Sicherllich könnten wir uns Informationen im Touristoffice besorgen, doch wir gehen auf's geradewohl durch die engen Gässchen, die sich an den steilen Hang zum Schloßberg schmiegen.

Mit dem Aufzug fahren wir in die Oberstadt, wie die Marburger Altstadt genannt wird und bummeln durch die engen Gassen, mit den mittelalterlichen Fachwerkhäusern, die sehr malerisch aussehen. Mehr als 700 historische Häuser finden sich hier, die nach erfolgreicher Sanierung heute wieder in altem Glanz erstrahlen.

Wir werfen einen kurzen Blick in die Elisabethenkirche und machen uns dann auf den Weg hinauf zum Schloß, das hoch über dem Lahntal drohnt und einen tollen Blick auf die Stadt bietet.

 

Die ältesten sichtbaren Gebäudeteile stammen aus dem 13. Jahrhundert.  Marburg war zu dieser Zeit der erste hessische Sitz, dh. Residenz des Landgraf Heinrich I. Es gibt aber auch noch Reste alter Burganlagen aus dem 9. und 10. Jahrhundert zu sehen. 1527 gründete Landgraf Philipp I., der auch der Großmütige genannt wurde, die nach ihm benannte Universität Marburg.

Im Jahr 1604 (mit dem Tod von Landgraf Ludwig IV.) verlor das Marburger Schloß seine wichtige Funktion als Hauptresidenz der Landgrafen von Hessen, da der Landgraf kinderlos verstarb. In den weiteren Jahrhunderten diente das Schloss anderen Zwecken; zB. als Gefängnis und Hessisches Staatsarchiv.

1976 beschloss der hessische Landtag, das Schloß für die Philipps-Universität der Stadt Marburg zu nutzen und Teile des Schlosses für Ausstellungen des Universität-Museums umzubauen.

Ca. 25.000 Studenten besuchen heute die Universität, damit zählt sie zu den mittelgroßen Uni's in Deutschland.

 

Vom Schloß hat man nicht nur einen tollen Blick auf die Stadt, sondern auch auf Kunstwerke, wie den roten Schuh. Auch im Schloßpark finden sich schöne Kunstwerke und einen wunderschönen Garten.

Aber Besichtigungen machen müde, - oder war's das ungewohnte Treppensteigen? - und daher ist der nächste Stopp ein Straßencafé in der Altstadt. Unser kurzer Ausflug war schön, Wetter prima und ein guter Anfang für viele weitere Ausflugsfahrten.

Mit einem kurzen Umweg über Gießen geht's dann wieder nach Hause.

 

Km Start:  28.350 km

Km Ende: 28.637 km  

 

Kosten: Brasserie 16,-€

Tanken: 85,21 €

 

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