Helsinki

©Katharina Wieland Müller  / pixelio.de


Ei kysyvä tieltä eksy.

Wer fragt, verirrt sich nicht

Helsinki ist die nördlichste Hauptstadt in der Europäischen Union und jeder 4. Finne wohnt in dieser Stadt.

In der Region um Helsinki wohnen ca. 1.350 000 Menschen - ein paar von Ihnen sind Ihnen sicherlich noch bekannt. Erinnern Sie sich noch an die Kultband Leningrad Cowboys? Ziemlich schräge Jungs mit verrückten Anzügen, ewig langen, spitzen Schuhen, die wie bei Elfen nach oben gebogen sind, Wahnsinnsfrisuren und ziemlich lauter Musik, bei deren Konzerten reichlich Alkohol fließt.

Früher oder später geht's in Finnland immer um Alkohol. Und egal, ob Sie "Skool", Hölkyn Kölkyn" oder "Kippes" sagen, gemeint ist Prost! und zu einem Drink sagt hier niemand "Nein". Vielleicht auch der Grund, warum in Finnland viele ein Problem mit Alkohol haben (oder besser gesagt, ohne ;)

 

Eine Stadtrundfahrt in der S-Bahn-Kneipe "Sparakoff" wird hier nicht nur zu einem besonderen Erlebnis, sondern auch zu einem Fröhlichen dazu. In einer alten Straßenbahn von 1959 fahren Sie vorbei an allen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Den ersten Drink gibt's gratis dazu. Abfahrt neben dem Hauptbahnhof oder am Marktplatz.

Hier finden Sie an den Marktständen nicht nur kulinarische Genüsse, hier finden sich auch die Fähranleger der Silja und Viking Line. Ebenfalls kann man hier zu einer Rundfahrt um Helsinki herum starten oder zu einer Schärenfahrt mit vielen kleinen Inselchen. Und davon gibt's jede Menge - ca. 6500 Stück.

Wer will, kann von hier mit dem Schnellboot einen Ausflug ins ca. 80 km entfernte Tallin unternehmen. Die Tickets gibt's direkt am Fährhafen zu kaufen. Preis für Hin- und Rückfahrt ca. 35,- -40,- €.

 

Bevor Sie zu einer Tour starten, genießen Sie das bunte Treiben mit einem Kaffee und machen Sie das, was ich in solchen Fällen auch gerne mache, nämlich "Leute gucken".

Das kann man auch in 40 m Höhe vom Finnair Skywheel - einem Riesenrad, das einen fantastischen Blick auf die Stadt bietet. Ein paar Gondeln haben zudem einen Glasboden, etwas für Adrenalin-Junkies, die den besonderen Kick lieben. (Ich bin mal in Canada in einem Helikopter mit Glasboden geflogen - wirklich gewöhnungsbedürftig...)

 

Noch eine Alternative die Stadt zu erkunden, bietet eine Fahrt mit einem ganz besonderen Taxi. Versuchen Sie sich im Karaoke-Singen und lassen Sie sich dabei durch die Stadt fahren. Sie kennen den Text nicht? Kein Problem - der Text wird ja eingeblendet. ;)

Aber Vorsicht! Es braucht schon sehr viel Übung, die vielen ää's oder ii's und sonstigen Buchstabenkombinationen zu lesen. Wird bestimmt sehr lustig - vermutlich achten Sie dann aber weniger auf die Sehenswürdigkeiten.

 

Aber die könnten Sie sich auch von einem ganz besonderen Gefährt vom Wasser aus anschauen. Von der Sauna-Ente aus. Eine was???  Richtig, ein paar Verrückte sind auf die Idee gekommen und haben eine Ente nachgebaut, die wie ein kleines Boot gesteuert wird, ein kleines Sonnendeck hat und als Besonderheit in ihrem Bauch eine Sauna bietet. Für Abkühlung sorgt dann ein beherzter Sprung ins Wasser.

 

Wenn Sie lieber zu Fuß unterwegs sind, bietet die Tourist Info kostenlos einen speziellen Reiseführer mit verschiedenen Rundgängen an. Es werden auch Stadtrundfahrten von Helsinki Experts oder in den Sommermonaten in den bekannten Hop-on, Hop-off Doppeldeckerbussen  ab 27,- € in deutscher Sprache angeboten, falls Ihr Finnisch nicht das Beste ist ...

 

Denn Helsinki hat einiges zu bieten. Zum Beispiel ein ganz besonderes Hotel. Hier kann man im ehemaligen Gefängnis übernachten. Die Zellen sind heute allerdings wesentlich komfortabler ...

Hier braucht keiner auf Komfort zu verzichten und "Knast-Atmosphäre" wird Dank einiger Laienschauspieler auch geboten.

Geboten wird Ihnen ebenfalls etwas in Finnlands ältester Markthalle. 1889 eröffnet, bietet sie Köstlichkeiten aller Art und ist seitdem ein Treffpunkt für viele Genießer hervorragender Lebensmittel. Gönnen Sie sich doch mal einen kleinen Imbiss - am besten NACH der Fahrt mit dem Riesenrad.

 

Oder Sie kaufen dort einen kleinen Imbiss für ein Picknick im Esplanade-Park, der am Marktplatz beginnt. Im Park selbst gibt es Restaurants mit Biergärten, wo sich nicht nur die Studenten im Sommer tummeln. Denn im Sommer finden hier viele Veranstaltungen unterschiedlichster Art statt.

Zurück am Marktplatz werfen Sie noch einen Blick auf den 1906 erbauten Havis Amada Springbrunnen, (den eine nackte Frau ziert, die jedes Jahr am 1. Mai von Abiturienten gewaschen wird und der eine Studentenmütze aufgesetzt wird)  bevor Sie mit der Fähre vom Hafenbecken am Marktplatz zum einzigartigen bauhistorischen Monument Suomenlinna  übersetzen. Die dem Hafen vorgelagerte Festungsinsel, mit ihrer felsigen Küste und engen Buchten, wurde ab 1748 als Verteidigungsanlage gegen die Russen erbaut und gehört zum UNESCO-Weltkulturebene. Auch heute können hier noch zahlreiche Kanonen besichtigt werden. Die Kirche fungiert gleichzeitig als Leuchtturm. Es leben hier noch ca. 850 Bewohner. Schlendern Sie einfach durch die kleinen, kopfsteingepflasterte Gassen, bevor Sie zurück fahren.

 

Die spannendste Kirche Helsinkis Temppeliaukion Kirkko liegt ziemlich versteckt in der Lutherinkatu. In den Fels gesprengt ist sie immerhin 13 m hoch. Im Inneren unbehauene Felswände und durch 180 Fenster fällt das Licht im Kupferdach. Sie hat eine ganz außergewöhnliche Akustik, daher finden hier viele Orgelkonzerte statt. Sie gehört zu den meist besuchten Sehenswürdigkeiten Helsinkis.

Weiter geht es zum Dom, dem berühmtesten Gebäude Finnlands und Wahrzeichen Helsinkis. 1852 wurde er nach 22 Jahren Bauzeit fertig gestellt. Er ist von überall gut sichtbar, denn er steht auf einem kleinen Hügel und erinnert mich mit seinen Säulen jedoch eher an einen griechischen Tempel. Von der Freitreppe hat man einen super Blick auf die Stadt.

 

Die vielen Sehenswürdigkeiten, Parks und Museen aufzuzählen sprengt den Rahmen. Weitere Informationen bietet die Touristeninformation, wo auch die Helsinki Card für 44,- € zu kaufen ist.

 

Restaurants und Nachtleben spielen in Finnland eine große Rolle. Tango wird in Finnland ebenso groß geschrieben - hier wird nicht der Argentinische, nein hier wird der Finnische Tango getanzt. Restaurants und Bars haben oft bis 3 oder 4 Uhr geöffnet. Eine halbe Stunde vorher wird die Sperrstunde mit einem Lichtsignal eingeläutet. Das Nachtleben in Helsinki ist ziemlich abgefahren. Probieren Sie's einfach aus. Das Szene-Viertel ist Kallio - mit vielen kleinen Bars.

Typisch finnischen Humor findet man im Zetor  (Mannerheimintie 3-5), das von den Leningrad Cowboys eingerichtet wurde. Entsprechend kultig ist die Einrichtung.Probieren Sie hier mal ein finnisches Bier (das nach traditioneller Art gebraute Sahti).

 

Anreise: Der Flughafen liegt ca. 15 km nördlich der Innenstadt und wird von vielen Airlines angeflogen. Auch Billigairlines landen hier. z.B. Air Baltic mit Umstieg in RIGA. In 30 Minuten kommt man mit der Ringline Rail vom Airport in die Stadt.

Wer mit der Bahn reisen will, muss in St. Petersburg umsteigen und benötigt daher ein Visum für Russland.

Fährverbindungen gibt es mit Finnlines von Travemünde und Rostock nach Helsinki. Von Stockholm verkehren die Silja und die Viking Line (bequeme Nachtüberfahrten) und von Tallin die Tallink und Eckerö Line sowie die Viking Line.
Von Helsinki besteht die Möglichkeit nach St. Petersburg zu fahren und einen 72 Std. visafreien Aufenthalt in St. Petersburg zu buchen.

 

Camping: Der einzige Campingplatz innerhalb der Stadtgrenze ist Rastila Camping

Karavaanikatu 4, +358 (09) 310 78517   rastilacaming@hel.fi