KLAIPEDA

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Ein einziges Blättchen Erfahrung ist mehr wert, als ein ganzer Baum voll guter Ratschläge   Sprichwort aus Litauen

                                                                                                                                                                

Ganz ehrlich - hätten Sie gewusst wo Klaipeda liegt? Natürlich in Litauen.(sagen Sie jetzt), ist doch klar.

Schließlich hat die Stadt fast 330.000 Einwohner, also muss man die Stadt doch kennen. Immerhin kommen doppelt soviel Besucher wie Einwohner. Gegründet wurde sie 1252, hieß damals Memel und gehörte bis 1920 zum Deutschen Reich.1990 erlangte Litauen die Unabhängigkeit wieder und 2004 wurde es Mitglied der Europäischen Union und der NATO. Aber ganz ehrlich - ich hab's vorher auch nicht gewusst !

Wir hatten vor einiger Zeit eine Dame aus Litauen, die ein paar Wochen unser Gast war. Da sie kein Wort deutsch gesprochen hat, mussten wir uns ein "Wörterbuch" basteln, damit wir uns verständigen konnten. Deshalb für alle das erste Wort welches Türen öffnen soll Labas! (Hallo!)

 

Klaipeda ist die älteste und die drittgrößte Stadt Litauens. Die Stadt zieren ganz nach deutscher Art, viele Fachwerkbauten, die Kriege und Feuer überstanden haben.  Mehr als 300 sind noch erhalten. Außerdem bezaubert sie durch altes Kopfsteinpflaster und kleine, idyllische Gassen. Da die Memelburg öfters umgebaut wurde, wurden irgendwann die Einheimischen in die Altstadt umgesiedelt. Ab 1595 war die Stadt Zentrum des Handels und es fanden bis ins 19. Jh. in der Altstatdt verschiedene Messen statt, zu denen Händler verschiedener Länder kamen und Ihre Waren anboten. Auch heute finden sich in den alten Fachwerkbauten viele kleine Shops, Cafés oder auch Künstler.

 

Gegenüber der Anlegestelle, mitten auf dem Theaterplatzes finden wir einen Springbrunnen mit der Skulptur von „Ännchen von Tharau". 1912 von dem Berliner Künstler Alfred Kune errichtet, zum Andenken an den Dichter und Schriftsteller Simon Dach, der in Klaipeda geboren war und sich unsterblich in die Pfarrerstocher Ännchen verliebt hat und ihr das Gedicht und ein Lied mit 17 Strophen gewidmet hat. Die Skulptur verschwand im Zweiten Weltkrieg und wurde 1990  rekonstruiert.

Sehenswert ist auch der Kunsthof, der im Fachwerkstil erbaut, aber mit gebogenen Dächern gedeckt wurde, um mehr Waren unterzubringen. Heute kann man hier oft an Workshops teilnehmen und das Kunsthandwerk erwerben.

Mit der Kunst - und insbesondere mit Skulpturen -hat es die Stadt. Überall findet man im Stadtbild verschiedene Skulpturen, schweinbar aber alle aus jüngster Zeit, was der Kunst jedoch keinen Abbruch tut.

Anstelle des alten städtischen Friedhofes entstand 1977 der Skulpturenpark, der 1977 angelegt wurde. sich großer Beliebtheit erfreut. Die alte Friedhofskapelle hat den Krieg überstanden, aber ansonsten zieren jetzt mehr als 100 Skulpturen den Park.

 

Auch der Deutsche Soldatenfriedhof kann besucht werden. Die Ruhestätte für ca. 1660 deutsche Soldaten, die während des Ersten und des Zweiten Weltkrieges ihr Leben lassen mussten, finden seit 1915 hier ihre Ruhe. Er wird auch die  „die Unterkunft der Helden" genannt.

 

Populär ist auch die Lindenstraße. Ok., hat jetzt nichts mit der Endlos-Fernsehserie aus Köln zu tun, sondern wurde im 17. Jahrhundert am rechten Ufer der Danė gebaut und durch die Aristokraten bekannt.

In den unterschiedlichsten Stilrichtungen wurde hier gebaut. Der alte Postkomplex ist das imposanteste Gebäude und wurde 1893 aus roten Klinkerziegeln  erbaut. Auch heute kann man wieder seit 1987 jeden Sonntag dem Glockenspiel lauschen.

Natürlich gibt es noch jede Menge zu sehen. Museen, Kirchen, der Bahnhof, das ehemalige Rathaus, der Jonashügel und das Segelschiff Meridianas.

 

Die Nähe zur Ostsee und zum Strand (an der Kurischen Nehrung) muss natürlich auch erwähnt werden. Die Kurische Nehrung ist im Jahr 2000 in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen worden. Bezaubernde Urlaubsorte, unberührte Dünen-landschaft, schneeweiße Sandstrände und ihre Kiefernwälder hinterlassen einen unvergesslichen Eindruck.

 

Mit der Fähre kann man an 6 Tagen der Woche von Kiel nach Klaipeda reisen. Mit dem Schiff kommen die meisten der Besucher an. 40% davon alleine aus Deutschland. Viele sind auch hier auf der Suche nach ihren Wurzeln. Lena Valaitis, die Schlagersängerin aus den 70er Jahren, ist hier geboren. Auch heute noch gibt es hier ein Deutsches Gymnasium und viele Schüler haben deutsche Wurzeln.Mit dem Landkreis Rügen und Lübeck verbindet Klaipeda eine Städtepartnerschaft.

 

Anreise:

Der nächstgelegene Flughafen liegt nördlich von Klaipėda im Seebad Palanga.

DFDS Seaways hat Fährverbindungen nach Deutschland (Kiel), Dänemark und Schweden.

 

Camping:  Listen von Campingplätzen finden sich u.a. bei http://www.tourism.lt/ und http://www.gobaltic.de/.

 

Hinweis: Mit dem Beitritt Litauens, Lettlands und Estlands zum "Schengener Abkommen" sind die Grenzkontrollen weggefallen. Daher ist normalerweise Visum keine Pflicht. Aber Personalausweis oder Reisepass und Kfz-Schein für alle Fahrzeuge sowie die grüne Versicherungskarte sind Pflicht. Aktuelle Länderhinweise für die Einreise beachten.

Geld kann man mit der EC-Karte daher überall abheben. Es könnte allerdings teuer werden, da viele pro Abhebung bis zu 4,50 € berechnen.

 

Da die Menschen sehr arm sind, werden Geschenke wie Bettwäsche, Küchenutensilien etc. gerne angenommen. Es gibt eigentlich nichts, was man nicht mitbringen könnte. Ich kann nur sagen, dass ich die Menschen als sehr hilfsbereit und nett kennengelernt habe. Wer durch Litauen fährt wird feststellen, dass vieles gebraucht aus Deutschland importiert wurde.