Schotten


Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht.  Konrad Adenauer

 

Schotten, 30.6.15 Dienstag
Nachdem ich das Wohnmobil aus der Werkstatt abgeholt habe (Scheibe immer noch nicht repariert...) und mein Sohn seine Hausarbeit/Klausur in der Uni geschrieben hat und mich nicht braucht, will ich das super Wetter ausnutzen und entschließe mich noch um 18.00 Uhr alleine nach Schotten auf den Campingplatz am See zu fahren.

Die Strecke dorthin dauert ewig. Über die kleinsten Kuhkäffer und Dorfstrassen geht es durch den Vogelsberg. Aber kurz vor 21.00 h bin ich auf dem Campingplatz gelandet. Womo aufgebaut, Hunde versorgt und dann festgestellt, dass der Kühlschrank nicht kühlt. Dumm, bei schönem Wetter, wenn man 3 Tage bleiben will....

Zuerst habe ich vermutet, dass mein Stromanschluss nicht funktioniert oder etwas mit dem Kabel ist. Dann kamen 2 nette ältere Herren und haben versucht, sich dem Problem anzunehmen. Die Suche nach der Sicherungbox im WoMo war zwar irgendwann erfolgreich, aber geholfen hat es nicht, weil nicht klar ist, welches die richtige Sicherung ist. Problem dann auf morgen verschoben.Ich habe erst einmal Licht und die Herren haben mir versichert, dass mein Auto morgen noch anspringt, wenn ich alles über die Batterie laufen lasse. Werde wohl nochmal bei Heck anrufen müssen oder vorbei fahren. Jetzt wird noch ein bisschen Reiseinfo geschrieben und danach werde mich ins Bett legen und noch ein paar Seiten lesen.


Schotten, 1.7.2015 Mittwoch
Tja, kaum zu glauben, wie blöd man (in diesem Fall "Frau") sein kann. ..
Nach meiner ersten Nacht alleine im Wohnmobil, wollte ich mir einen Kaffee machen. Also Gas aufdrehen, den grünen Punkt drücken (druk de gruin Knoppie) und den Schalter für Gas im Schrank umlegen. Dabei fällt mir auf, dass ich das auch für den Kühlschrank hätte machen müssen. Alzheimer lässt grüßen!!!! 😂
Gas ist nun aufgedreht und "nichts passiert".


Ok. der Gasbrenner funktioniert nicht. Streichholz habe ich auch nicht. Bleibt mir nichts anderes übrig, als zuerst einkaufen zu gehen. Einen Einkaufsladen gibt es nur 2 km entfernt. Dann eben ein Kaffee vom Restaurant holen. "Öffnungszeiten ab 18.00". Klasse. Aber vielleicht kann der nette Platzwart helfen...
Jetzt habe ich Streichhölzer und bin schon x-mal um das Wohnmobil gelaufen um zu sehen, warum es immer noch nicht funktioniert. Vielleicht ist das Gas leer? Schließlich frage ich einen Herrn, der gerade vorbei läuft. Der prüft die Gasflasche und wechselt sie. Geht doch.
Jetzt kann ich endlich Kaffee machen. 🍵
Nach dem Frühstück mit 2 Knäckebroten, sitze ich vor dem WoMo, beide Hunde neben mir und schreibe Bordbuch. Trotzdem ich gut geschlafen habe, bin ich immer noch müde. Aber nur hier rumsitzen? Auf der Wiese sitzen kann ich auch zu Hause. Also gleich mal mit den Hunden zum See gehen und sehen, ob ich bleibe, oder lieber zum Niedermooser See fahre. Ich vermute, außer Stellplatz und Restaurant gibt's hier nicht viel.

Zum See muss man um den Campingplatz herum. Der Platz liegt ganz schön und Lilly hat Bekanntschaft mit ein paar Hunden gemacht, ist aber nicht ins Wasser gegangen. Da ich nicht sicher bin, ob sie hört, habe ich mich nicht getraut, die Leine abzumachen. Nach 20 Min. sind wir zurück, da Hilton alleine im WoMo zurück geblieben ist. Evtl könnte es zu warm für Hilton werden und das will ich nicht riskieren.
Also habe ich meinen Campingstuhl und Tisch in den Schatten gestellt, mein Buch genommen und mir eine Dose Ravioli aufgemacht.
Soll ich nun hier bleiben oder nach Hause fahren und zum Italienischkurs gehen? Oder zum Niedermooser See fahren und die Beine ins Wasser stellen und vielleicht sogar surfen?
Theoretisch kann ich mich auch in den Garten setzen, dafür brauche ich ja nicht unbedingt einen Campingplatz zahlen ...


Aber ich bin zu faul und müde, um eine Entscheidung zu treffen. Dh. ich werde wohl so lange vor meinem WoMo sitzen, bis es mir zu kalt wird oder ich Hunger habe. Ein Restaurant ist um die Ecke. Ich verstehe das nicht. So müde vom Nichtstun!
Komischerweise fühle ich mich hier ganz alleine weniger einsam als Zuhause!!!!
Und alleine unterwegs zu sein ist weniger schlimm, als erwartet. Hilton und Lilly leisten mir ja Gesellschaft. Gleich 17.30 h. Ich sollte mal dem Platzwart meine Entscheidung mitteilen. Dass ich mich nicht entschieden habe und deshalb noch bleibe....
Nachdem ich diese schwere Aufgabe gemeistert habe, gehe ich mit beiden Hunden nochmal ans Wasser. Hilton traut sich mit den Pfoten zur Hälfte rein und Lilly hat natürlich Schiss. Ist zwar auch mit den Pfoten im Wasser, wehrt sich aber, weiter in den See zu gehen.
Naja, ich bin ja auch nur bis zu den Knien im Wasser.

Das hätte ich vielleicht etwas früher machen sollen. Fühlt sich gut an. Also morgen ab ins Wasser. 🏊

Abendessen gab es heute auf der Terrasse beim Griechen auf dem Campingplatz. All you can eat vom Buffet, eine Empfehlung des Platzwartes. War lecker!

Schotten, 2.7.2015 Donnerstag
Nachdem ich auch die zweite Nacht gut verbracht habe, sitze ich wieder vollkommen entspannt vor dem Womo und genieße das Nichtstun und meinen Kaffee. Absolut entspannend alleine zu sein. Auch wenn ich feststellen muss, dass man weniger unternimmt aber mehr chillt alleine. Mit den beiden Hunden war ich am See.
Lilly ist wasserscheu. Statt ins Wasser zu gehen, hat sie sich in dem Schilf versteckt und als der Kopf wieder zum Vorschein kam, war der pechschwarz. Total eingesaut- und nicht zu bewegen, ins Wasser zu kommen, damit ich sie halbwegs wieder sauber machen kann.
Daher versuche ich mein Glück an der Slipanlage, da ist es vielleicht einfacher.
Leider waren ein großer, jünger Rüde da und Lilly hat gleich die Kurve gekratzt. Ins Wasser ziehen hat auch nicht geklappt. Hilton ist ein Stück geschwommen und war sauber. Lilly sieht einem kleinen schwarzen Wildschwein ähnlicher, als einem Golden Retriever. Entweder sie genießt gleich eine Dusche auf dem Campingplatz oder der Dreck lässt sich nach einem Sonnenbad hoffentlich ausbürsten.
Ich esse den Rest Ravioli von gestern und muss ein Glas "Prickelwasser" trinken, nachdem mein Eistee alle ist.

Danach reinige ich mal gründlich das Bad und die Toilette, bevor ich vor dem WoMo eine "Siesta" halte, wie mein Vater immer zu sagen pflegte. Hoffentlich gießt mein Sohn Zuhause die Blumen im Garten, sonst überleben die 3 Tage Hochsommerwetter nicht.
Wenigstens heute wollte ich mal im See schwimmen. Also ab zum Wasser. Lilly hat vorsichtig die Pfoten reingestreckt und hat sich dann im "falschen Moment" selbstständig gemacht. Hinterherrennen zwecklos.
Mit Hilfe einiger Badegäste und ein paar Brocken Hühnchen (aus der Salatschüssel eines jungen Paares) gelingt es nach ca 20 Min. und unter guten Ratschlägen Umherstehender Lilly wieder "dingfest" zu machen. Fazit: Hundtrainer wird dringend benötigt!
Langsam wird es langweilig.
Hilton verträgt die Hitze nicht und bleibt lieber im WoMo. Aber alleine kann ich ihn ja schlecht längere Zeit dort lassen. Zuhause ist es jetzt sicher besser für die Hunde. 35° C sind dem Hund zuviel.

Start: 41.533 km
Ende: 41.685 km
Gefahrene Km: 80 km/ Heimfahrt 72 km
Gesamt km: 152
Campingplatz am Nidda-Stausee  GPS 50.48417, 9.09694

 

Kosten: CP 15,50 € + 24,-€ = 39,50 €
Griech.Restaurant 15,- € Buffet
Eis: 1,60 €

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