Mecklenburg Vorpommern & Hamburg


Freundschaft ist ein wundervolles Geschenk im Leben. Denn Freunde bringen Dein Lächeln zurück, wenn Du es verloren hast   

 

Geplant ist entweder Richtung Küste oder zur Mecklenburger Seenplatte. Dank Wohnmobil sind wir ja flexibel. Mal sehen, wo wir landen.


Die Kasseler Berge haben wir "Dank Herrn Erdmann" schon hinter uns, denn wir holen das WoMo in Guxhagen ab und fahren dann Richtung Norden bzw. Osten.
Trotz Landkarte und Routenplanung im Internet, bin ich noch immer unschlüssig, welches die beste Reiseroute ist. Entweder mit einem Abstecher über Hamburg, oder wir fahren über Berlin oder nehmen den direkten Weg über Braunschweig nach Schwerin.

Ich werde mir die Karte nochmal genau ansehen, dann überlegen und erst morgen, je nach Zeit und Wetter entscheiden, was am sinnvollsten ist.

 

Montag, 21.7.14
Wider Erwarten sind wir relativ früh losgefahren. Noch ein kurzer, schneller Zwischenstopp, dann waren wir auch schon auf der Autobahn Richtung Norden. Mit dem Pkw ging es auch verhältnismäßig schnell und es gab kaum Berufsverkehr, trotz Montag. Es gab nur einen Stau - aber auf der Gegenseite. Wir sind eben Glückskinder ;)

Mein Plan, mich bei Herrn Erdmann mit etwas Proviant fürs Frühstueck einzudecken, um einen weiteren Stopp beim Supermarkt zu sparen, ist fehlgeschlagen. Herr Erdmann's Kühlschrank war leer.
Wir haben nach einem check der Wetterprognose im Internet beschlossen, die Fahrt an die Mecklenburgische Seenplatte zu wagen, da bis Donnerstag gutes Wetter gemeldet ist. Bei Schlechtwetterprognose hätten wir umdisponiert und wären Richtung Hamburg/Berlin gefahren.Da ist auch schlechtes Wetter kein allzu großes Problem. Aber so ist es mir schon lieber. Urlaubsfeeling am Wasser  bei Sonnenschein, das ist genau das, was ich brauche. Die Reiseroute ist nicht 100 % festgelegt. Mir ist trotz Navi und Straßenatlas noch immer nicht klar, welches die beste Route ist. Zuerst über Hamburg nach Schwerin und dann zur Mecklenburgischen Seenplatte oder über Braunschweig, Magdeburg und dann über Leipzig gleich an die Seenplatte.
Wir haben uns dann für die A7 Kassel - Soltau- weiter über die B209 (mit Zwischenstopp in Bispingen) Lüneburg - Lauenburg entschieden.  Von Soltau Richtung Bispingen (Heidepark/Center Parks) standen auf der idyllischen Allenstrasse zahlreiche alte abgehalfterte Wohnwagen in den Waldeinfahrten. Alle mit einem roten Herzchen auf der Tür. Manche mit Aufschrift "sexy girls live" ... Silke wollte kurz halten. Aber ich hatte doch ein bisschen "Schiss in der Buxe"  Silke meint: "Wir haben zwar keine Herzchen auf der Tür - dafür sind wir aber 2 sexy Girls und können hier kurz stehen". Wir haben viel gelacht.

In Bispingen habe ich versucht Ralph zu erreichen, er wohnt ja hier, aber bei ihm lief nur der Anrufbeantworter. Nach dem Einkauf im Supermarkt und einem kleinen Bummel durch Bispingen sind wir weiter Richtung Lüneburg und Lauenburg. Da an der Straße ein Hinweisschild "zum See" stand, habe ich kurzentschlossen die nächste Abbiegung genommen und Silke hat ein Wohnmobilschild entdeckt, sodass wir ungeplant auf dem schönen Stellplatz in Lauenburg Hohnstorf, mit direktem Blick zur Elbe, gelandet sind. 
 Leider waren alle Strombuchsen schon belegt, daher haben wir uns bei unserem holländischen Nachbar "Strom geliehen" und in die Kabeltrommel eingeklinkt.... 
Somit ist sichergestellt, dass auch unser Kühlschrank kalt bleibt und unsere Gasflasche bis morgen zum Campingplatz noch durchhält. Direkt am Gehsteig/Geländer haben wir unser Tischchen und unsere Stühle platziert und dann gemütlich zu Abend gegessen. Jetzt ist es Mitternacht, das Logbuch geschrieben und ich kann müde und beruhigt in die Koje kriechen. Gute Nacht.

Stellplatz Hohnstorf/Elbe  53°21'44"  10°33'45"


F&B            3,60              Einkauf   8,18
Postkarten    7,20            Tanken   92,69

  

Dienstag, 22.7.2014
Schloss Ludwigslust ist unser erstes Ziel. Wirklich superschön und der Park lädt zum Spazieren gehen ein. Damit wir auch einen netten Campingplatz am See bekommen, rufen wir vorsorglich mal verschiedene Campingplätze an.
Der erste Platz ist schon einmal ausgebucht. Der nächste am See heißt "Kamerun" und man kann telefonisch nicht reservieren oder klären, ob es Plätze mit Seeblick gibt. Dh. für uns, besser schon mal früh genug da sein. Gegen 11.00 h treffen wir ein und bekommen einen Platz (Nr.17) in zweiter Reihe mit Seeblick. Super!!!
Für den nächsten Tag können wir dann den gegenüber liegenden Platz Nr. 7 direkt am See haben. Unsere Unterkunft ist schon mal optimal gelöst :)) Hatte ich das mit den Glückskindern schon erwähnt???


Nachdem wir uns "häuslich" eingerichtet haben, werfen wir den Grill an. Dank Aldi sind wir bestens mit allem eingedeckt. Den ersten "Grillklops" ruiniere ich mit meiner Dusseligkeit, da ich es zwar mit etwas Mühe schaffe, ihn zu entzünden, aber ich hätte ihn auf den Rost legen sollen. So geht er eben wieder aus und ist nicht mehr zu gebrauchen. Neuer Versuch!  Hurra, es klappt!  Allerdings dauert es wesentlich länger als die angegebenen 15 Min., bis die Kohle wirklich heiß ist (nach geschätzten 30 Min. frühestens) Aber unsere Würstchen werden perfekt.

"Nach dem Essen sollst du ruh'n .."   lautet ein altes Sprichwort. Deshalb ab zum Sonnen. Das Ozonloch lässt grüßen..


2x am Tag Grillen ist zu viel. Wir werden heute Abend die afrikanische Küche von Kamerun "testen".
Kamerun heißt der Campingplatz, weil der Besitzer vor dem 1. Weltkrieg in Afrika war und nach seiner Rückkehr, diesen 2 km großen Strandabschnitt gekauft und  auf den Namen Kamerun getauft hat.
Leider hat er vergessen, den Köchen die Rezepte für die afrikanische Küche mitzubringen.
Sehr "bissfestes" Gemüse (Bohnen, Zuckerschoten und Karotten) in Kokosmilch, dazu eine Süßkartoffel... Das Ganze wurde dann als "Afrikanisches Gemüsecurry" verkauft. Ok., die Süßkartoffel konnte man essen...
Silke macht die Flasche Rotwein auf und es wird trotzdem ein netter Abend in unserem WoMo.

 

Camping- und Wohnmobilpark Kamerun, Zur Stillen Bucht 3, 17192 Waren (Müritz)

GPS: 53° 30' 38" N - 12° 38' 58" E


Kosten:     Frischwasser  1,-          

Einkauf     27,- &  1,89 + 2,54 €
Restaurant Kamerun   15,30

  

Mittwoch, 23.7.2014
Nach dem Frühstück in Schlafshirt und Jogginghose mit den Nachbarmädels (die mit dem süßen Berner Sennhundwelpen) parken wir das WoMo gegenüber und fahren dann mit den Fahrrädern nach Waren und zum Stadthafen. Waren ist wirklich ein schöner kleiner Ort, aber wir wollen heute nochmal unseren Luxuskörper in die Sonne legen, bevor das schlechte Wetter einsetzt. Deshalb nochmals ab auf's Rad und nach Waren, bei Aldi Eis kaufen.

 

Zum Abendessen gibt's die restlichen Würstchen von gestern und heute klappt es auch mit dem Grillkeks. Aber auch heute nix mit 15 Min. Meine Vermutung, die Dinger sind schon alt oder feucht oder sonst irgendwas. Sie funktionieren jedenfalls nicht so gut, wie bei dem Typ vom Niedermooser See. Aber die Würstchen werden gar, bekommen sogar "afrikanische Bräune" und der Grill eignet sich später als Heizung für unsere Füße.


Ich bin schon mal ins Bett und habe noch ein bisschen in meinem Buch von dem Weltreisebericht gelesen. Momentan dreht sich bei mir sowieso alles nur ums Reisen. Im Fernsehen schaue ich fast nur noch Reisereportagen an, lese Reiseberichte (bevorzugt WoMo Berichte auf den entsprechenden Internetseiten) oder kaufe Bücher über Reiseziele. Damit könnte ich mich stundenlang beschäftigen.
Der Typ, der von seiner Weltreise berichtet, hat allerdings einen krassen Schreibstil. Bin mir noch nicht schlüssig, ob ich den gut oder nervig finden soll. Immer um drei Ecken denken kann ermüdend und anstrengend sein. Gestern habe ich mich nach ein paar Seiten für ermüdend entschieden.

 

Km Stand  31.227 =

306 TK gestern und heute

Kosten:  Fahrräder  12,-

Campingplatz 64,77 für 2 Tage

GPS: ''26' 17,3''   012° 17' 12,56''26' 17,3''   012° 17' 12,56''

 

Donnerstag, 24.7.2014
Abreise Camping Kamerun und weiter zum nächsten Sightseeing-Punkt: Röbel
Erst fahren wir in die falsche Richtung und dann gibt der Ort leider nicht das her, was er verspricht.
Ein langgezogener Ort, zwar idyllisch mit Kopfstein bzw. Kieselpflaster, einer schönen Kirche - sonst nichts. Doch noch einige Geschäfte, aber in vielen Läden hängt ein Schild "zu mieten" ...
Jetzt muss ich doch mal nachlesen, wieso der Ort im Reiseführer besonders erwähnt wird. "Aha", "wegen der Lage am Westufer der Müritz als Zentrum für Wassersport und der frühgotischen Kirche St. Marien mit dem Kreuzrippen-gewölbe und dem Schnitzaltar aus dem 16. Jahrhundert". Gut, die Kirche haben wir gesehen, wir können weiter.
Schließlich sind wir zum erkunden hier. Herr Erdmann nennt mich deshalb scherzhaft immer seine "Explorer-Lady". Also weiter. Der nächste Punkt auf unserer Karte ist Plau am See. Wir sind ca. 30 km von Waren entfernt und haben die Rückfahrt mit ca. 450 km  noch vor uns. Damit die Rückreise nicht so stressig wird, wollte ich Richtung Heimat weiterfahren und auf dem Weg irgendwo einen Stellplatz suchen. Silke will aber heute nochmal im See baden und deshalb in Plau am See bleiben. Suchen wir uns einen Stellplatz.

Der Stellplatz am Strandbad kostet zwar nur 1 €, hat aber keinen Stromanschluss und keine Dusche. Und das geht ja gar nicht... Also CP suchen. Silke will auch noch baden... Schließlich ist es der letzte Tag am See.


Herr Erdmann ruft an und teilt mir mit, dass er schon am Freitag frei hat und kommt. Daher meine Idee, vielleicht umzudisponieren und über Hamburg heim zu fahren. Dann würde zwar wieder der Tanzkurs ausfallen, aber wir könnten zusammen mit Herrn Erdmann noch was unternehmen.

Der Campingplatz hat Mittagspause und so bleibt uns nichts anderes übrig, bis dahin in der Stadt rumzulaufen. Ganz netter Ort und auf jeden Fall schöner als Röbel. Im Hafen kauft Silke das obligatorische Fischbrötchen und dann fahren wir zurück zum Campingplatz. Der kostet mit Strom und Duschmarke 25,-, ohne Seeblick, dafür kann man das Wasser "hören".  Das mit dem Blick ist aber auch egal. Silke will nicht mehr baden, weil es viel zu kalt und windig ist. (war's übrigens heute Mittag auch schon) Grrrrrrrrrrr....

Dann hätten wir doch auch weiterfahren können, oder?


Herr Erdmann erzählt, dass er bereits ab 17.00 Uhr frei hat. "Theoretisch könnte er jetzt schon nach Hamburg fahren". Wir kommen wahrscheinlich morgen nicht vor 10.00 h vom Platz und die Fahrzeit beträgt mit dem Pkw min. 2 Std.Mit dem Wohnmobil vermutlich dann 3-4. Dh. der halbe Tag in Hamburg ist schon mal futsch, bevor wir überhaupt ankommen.  Jetzt bekomme ich auch noch Trigeminusschmerzen. Ich könnte "heulen".
Erst bringt Herr Erdmann unsere Pläne durcheinander und dann habe ich noch eine endlose Fahrt vor mir und vertrödele die Zeit auf einem Scheiss-Campingplatz (Bitte um Entschuldigung), der auch noch 25,- kostet. Lieber hätte ich jetzt 2-3 Std. Fahrt in Kauf genommen, statt mich morgen Vormittag in den Berufsverkehr einzureihen.


Meine Laune liegt bei minus 10, ich muss sehen, dass ich wieder runter komme, sonst platze ich gleich. Hab' schon gar keine Lust mehr auf Hamburg. Ich muss aufpassen, dass ich mir jetzt die Reise nicht kaputt mache. Deshalb sage ich gar nichts mehr, nehme eine Tablette und zieh mich zurück. Trotzdem finde ich gerade alles sch.... Kalt ist es auch!
Ich rühr' heute keinen Handschlag mehr. Entweder gehe ich später in dem Campinglokal was essen oder werde hungern. Aber das WoMo bewege ich heute nicht mehr!!!
 
Nachdem ich mich durchs schreiben wieder ein bisschen abreagiert habe und meine Kopfschmerzen langsam etwas besser sind, sieht die Welt wieder anders aus und wir gehen zum Essen. Eigentlich ist das ausgewiesene Lokal eine Imbissbude mit ein paar Tischen davor. (oder eine Vereinsheimküche und wird auch so betrieben) Lt. Tafel gibt es für 3,70 € ein Schnitzel und dazu für 2,-€  auch noch Pommes.

Die Mayo in der Schüssel auf der Theke gibt es dann wohl kostenfrei obendrauf :)) Die Küche sieht nicht sehr vertrauenserweckend aus.  Aber wir wollen ja was essen.  "Jägerschnitzel gibt's nich.... Soße is alle... "    Nicht aufregen, ruhig bleiben!
Gut, dann eben Schnitzel mit Pommes. Um Himmels Willen keine Soße drauf - und bitte auch nicht die alten Schnitzel aus der Fritteuse wieder aufwärmen. Nein, er nimmt Neue. Glück gehabt!
Silke hat Zigeunersoße bestellt, die so aussieht, wie ich es vermutet habe. Dicke Ketchuppampe mit Paprikastreifen, sehr lange gekocht und öfter aufgewärmt!

Zurück im WoMo gibt's einen Kaffee, dann meldet sich mein Magen und ich habe das dringende Bedürfnis, zu wissen, wo die WC's sind. Definitiv mochte mein Magen das Essen noch weniger als ich!!!


Zwischenzeitlich hat es zu tröpfeln angefangen. (hab ich schon erwähnt, dass das Geld für diesen Campingplatz rausgeworfen ist?) Aber wir bekommen dafür noch einen halben Sonnenuntergang. Gratis.
Die Route für morgen steht auch. Herr Erdmann fährt mit dem Zug nach Hamburg, wo wir ihn um 10.52 Uhr in Empfang nehmen sollen. (sofern wir das mit dem Aufstehen hinkriegen).
Hier hat es langsam angefangen sich "einzuregnen". Hatten wir auch schon lange nicht mehr :(
Mal sehen, wie die Wetterprognosen für Hamburg die nächsten 3 Tage sind. REGEN!!!

In Hamburg sagt man "Schietwetter". Wir wollten auf das Weinfest am Rathausmarkt, im Alsterviertel dann shoppen, die neuen Hafencity anschauen und raus zur Elbe. Ob das Spaß macht, bei Regen unterwegs zu sein?

Checken, ob es in Deutschland irgendwo wärmer ist, die nächsten 3 Tage. Ja, Zuhause oder in München! Aha!  Ansonsten Regen, insbesondere in Hamburg und Berlin. Na toll, und jetzt?    

 

Kosten heute:  Café & Kuchen  6,43€ , Schnitzel 15,40 €

CP Zuruf, Seestr. 38D, 19395 Plau am See,   GPS 23°26'17,3"  012°17'12,56"12,56"5353° 26' 17,3''   012°

  

Freitag, 25.7.2014
7.00 Uhr aufstehen, 8.00 h Abfahrt. So lautet der Plan. Mein Plan, denn Silke ist noch zu müde, quält sich dann aber aus dem Bett, mit der Bemerkung, dass es die Brötchen erst ab 8.00 gibt und "wir wollen doch frühstücken, oder"?

Die Rezeption macht auch erst um 9.00 auf und wir müssen noch zahlen. Herr Erdmann steht um 10.52 h in Hamburg am Bahnhof und bei einer Fahrt von ca. 3 Std. ist 8.00 Uhr Abfahrt. Wie gesagt, theoretisch!
Die Brötchen könnte man ja auch mitnehmen, aber die Campinggebühren will der Typ vom Brötchenladen nicht entgegen nehmen. Geld wechseln auch nicht, damit ich das Geld in den Briefkasten werfen kann.

Unter der am Eingang der Rezeption ausgehängten Telefonnummer meldet sich niemand und die Dame im Büro ist zwar da, reagiert aber nicht auf unser Klopfen. Ok. dann überweisen wir das Geld. Bleibt uns ja nichts anderes übrig.

Aber wir rufen von unterwegs an und sagen Bescheid. Um 10.00 rufe ich dann auf dem Campingplatz an. Anrufbeantworter: "Unsere Öffnungszeiten sind 9.00 bis 17.00 Uhr..... " Ich hinterlasse die Nachricht, dass wir die Stellplatzgebühr überweisen. Dieser CP sieht uns nie wieder. Versprochen!!!


Wir kommen gegen 11.30 Uhr in Hamburg an und sammeln Herrn Erdmann am Bahnhof ein. Ich hole schnell ein paar Brötchen im Bahnhof, Stadtpläne im Tourist Office und schon geht es weiter Richtung Stellpatz St.Pauli. Zunächst keine Chance. Ausgebucht!  Hier dürfen 13 Wohnmobile stehen. Aber wir dürfen reinfahren und wenden.

Da spricht uns ein Herr an, dass sie jetzt mit dem WoMo weiterfahren und wir uns auf ihren Platz stellen können. Toll! Glück gehört eben zum Reisen auch dazu! Ein Stellplatz mitten in der City für 13,50 €. Ok, Strom und Wasser gibt's nicht, aber wir stehen quasi auf dem Fischmarkt, beste Partymeile. Oder zumindest wäre es möglich, Party zu machen. Wir sind ja schließlich in Hamburg!


Aber erst mal ist Sightseeing angesagt. Hafen, eine kleine Rundfahrt mit einer Taxifähre anstelle einer Hafenrundfahrt, danach weiter zum Michel. Es gießt in Strömen. Hilton sieht so nass ganz putzig aus und Herr Erdmann wartet in der Zwischenzeit lieber auf uns an der Ecke und raucht eine Zigarette. Kulturbanause!
Dann City - Hanseviertel, Jungfernstieg. Silke und ich gehen in 2-3 Shops, Herr Erdmann trinkt einen Kaffee. Shopping & rumlaufen macht müde und hungrig. Zurück zum WoMo.
Herr Erdmann schläft ein Stündchen und ich wollte eigentlich mal ein paar Minuten alleine sein, an der Beachbar sitzen und nicht reden müssen. Auf's Wasser schauen und weiter an meiner Reiseinfo schreiben...
Ok. ist mir nicht vergönnt. Silke muss Souvenirs kaufen und ich muss mit. Nachdem auch der Touristenshop abgehakt ist, gehen wir zusammen in die Beach-Bar. Komplett aus altem Kram zusammengebaut. Echt cool gemacht!  Erinnert mich an das Beach Camp in Paternoster, dort war auch alles zusammengebaut aus Strandgut und altem Plunder. Ich mag diese unvollkommene Atmosphäre. Hat was chilliges und ich kann total abschalten und relaxen. Hippiezeit? Erinnerungen an meine Jugend bei den Charchullas am Surfstrand von Fehmarn? Vielleicht habe ich gerade ein bisschen Nostalgiefeeling.
Herr Erdmann kommt nach und wir teilen uns eine Pizza und genießen einen Cocktail mit Blick auf die Elbe. Schön!!!

 

Kosten:  Pizza & Drinks ?
Hafen & U-Bahn  10,20

SP: St. Pauli Hafenstraße 89, 20359 Hamburg
Koordinaten: 53°32’46’’N, 09°57’41’’O

 

Samstag, 26.7.2014
Wir sind mit Rolf verabredet. Er holt uns am Hafen ab. Heute ist Sightseeing geplant  - ohne wunde Füße. Zuerst in die neuen Hafencity, Fotostopp vor der AIDA Sol, die vor Anker liegt. Dann weiter durch Blankenese nach Övelgönne zum "Welkomshöft". Ein- und auslaufende Schiffe werden hier mit der jeweiligen Nationalhymne begrüßt.
Vor 25 Jahren war ich das letzte mal hier. Hat sich ziemlich verändert. Aus dem alten Gasthaus ist eine edle Adresse geworden und eine schicke Strandbar. Wir machen es uns gemütlich, trinken was und essen ein Fischbrötchen. Dabei schauen wir den ein- und auslaufenden Schiffen zu. Herr Erdmann ist fasziniert von diesem Ort. Wir relaxen und genießen die Sonne und den Blick aufs Wasser.
Ein letzter Abstecher mit Rolf in die City, an die Alster. Wieder ein Drink, diesmal mit Blick auf die Leute, die sich ins Shoppinggetümmel stürzen. Danach bringt uns Rolf zurück zum Hafen. Ich habe noch mein Geburtstagsgeschenk für Silke einzulösen: "Ein Abendessen mit Krabben", wie damals auf unserer Tour nach Kiel. Also ein Fischlokal suchen. Sollte in der Hafengegend ja kein Problem sein.
Wieder ein elementarer Fehler! Statt das erste oder daneben liegende zweite Fischlokal zu nehmen (mit akzeptablen Preisen, Scholle und meinem geliebten Labskaus) findet es Silke die Preise zu teuer und wir gehen weiter. Das nächste Lokal erweist sich als Kneipe ohne Speisen, dafür aber mit zwei Frauen vor der Tür, die dringend vom Besuch der beiden Fischlokale abraten. Das schlimmste Essen in Hamburg!  Aber das "Seepferdchen" könnte man empfehlen. 200m von hier.
Unsere Füße tun weh, schließlich haben wir bereits einen Sightseeing-Marathon hinter uns, aber die 200 m schaffen wir auch noch. Doch zuerst landen wir ganz zufällig im "Schellfischposten". Ina's Nacht wird von hier gesendet. Hier wollte ich immer mal hin. Steht zusammen mit Reeperbahnbummel (mit Olivia Jones) auf meiner "Hamburg To Do List".  Ich krieg mich vor Freude fast nicht wieder ein, Silke ist genauso begeistert wie ich.
Wir trinken ein Bier an der Theke und machen ein Foto vom wohl berühmtesten Wohnzimmer Hamburgs. Grösser als ein Miniwohnzimmer ist es hier auf keinen Fall. Sah' im Fernsehen doch n' bisschen grösser aus, obwohl man ahnt, dass es nicht sonderlich groß sein kann. Aber so klein?
Ok. wir haben jetzt zwar ein Bier intus, aber der Magen knurrt noch immer. Leider wird die Gegend immer exklusiver je weiter wir laufen und von meiner letzten Suche mit Rolf nach einem Fischlokal weiß ich, die Preise explodieren mit jedem Meter den wir jetzt weiter gehen. 

Wir laufen also schnurgerade in die Schicki Micki-Restaurantmeile, auch wenn es nicht danach aussieht.
Der "Henssler" hat nicht ohne Grund sein Lokal hier und ein Hummerlokal oder das Blue Oyster ist bestimmt nicht im akzeptablen Preissegment. Aber wie soll ich das den beiden anderen klar machen?
Also Klappe halten und weiter traben. Herr Erdmann's Laune sinkt immer tiefer und er beschließt;  "Wir nehmen das nächst beste Lokal"  Ein Portugiese. Aber es gibt Fisch. Sogar eine "Cataplaia", eine Art Fischeintopf, einmal gegessen, auf der Reise mit Sanofi in Lissabon, besser in Cascais, etwa 30 km entfernt.
Nach einem leckeren Wein, dem Fisch und einer Stunde später, sind wir alle wieder guter Laune und Herr Erdmann schlägt sogar vor, noch zur Reeperbahn zu gehen. Ok. Machen wir.  Ein Schild sagt 400 m....
Wir laufen uns die Füße wund, aber von Reeperbahn weit und breit nichts zu sehen. Ich renne den Berg runter zum nächsten Taxi, das uns zur Reeperbahn bringen soll. Herr Erdmann und Silke warten oben. 200m, sagt der Taxifahrer und zeigt in etwa in die Richtung, wo ich gerade hergekommen bin.
"200m" keuche ich und wir laufen weiter. Keine Ahnung welche Maße hier in Hamburg gelten, aber die 200m im Hafen waren etwa 2-3 km und die 200 m sind mindestens 1,5 km... Dann haben wir es geschafft- Wir sind endlich am Anfang der Reeperbahn und laufen in die Seitenstraße mit den meisten Lichtern hinein. Überall blinkt es und man hört laute Musik. Jetzt schnell ein Foto. Dort ist Olivias Kneipe!
Vor der Tür ein Türsteher. "Es" lädt uns ein reinzukommen. Innen aber ganz normale Kneipe. Also wieder raus. Dann sieht Silke Olivia Jones. Mit ca. 2 m auch kaum zu übersehen. Passanten machen Fotos,  aber mir genügt es, wenn andere auf dem Bild sind. Ich muss nicht aufs Bild. Aber ich freu' mich wie ein kleiner Schneekönig.      

Zwei Dinge, die ich unbedingt in Hamburg machen wollte, habe ich mal so eben im Vorbeigehen "zufällig" abgehakt. Nicht wirklich live eine Veranstaltung im Schellfischposten erlebt, aber immerhin dort gewesen.
Der Pennymarkt auf der Reeperbahn hat 24 Std. geöffnet und wir decken uns noch schnell fürs Frühstück morgen ein. Zurück zum Wohnmobil. Die Füße schmerzen.


Ein Technosound dröhnt von der anderen Straßenseite herüber. Hier feiern Leute!  Was wollen wir da im Wohnmobil in der lauen Sommernacht? Herr Erdmann lässt sich überreden mal nachzusehen, was da los ist. Ist ja nicht weit, nur über die Straße und schlafen können wir bei dem Krach sowieso nicht.
Die Party erweist sich als eine Chill out Area von Studenten(?) Oder Leuten, die hier in der Hafenstrasse Zuhause sind. Es gibt irgendwo eine kleine Bierstation und ein Kühlschrank für kalte Getränke. Ansonsten sitzen die Leute überall auf den Mauern, Steintreppen und auf einer riesigen, mit Gras bewachsenen Liegearea und relaxen. Musik hören, chillen und der Blick auf den beleuchteten Hafen. Ein toller Abschluss für den Abend.
Ich schätze, gegen 1.00 Uhr haben wir die nötige Bettschwere und wir gehen rüber zum Wohnmobil.
Schlafen kann ich allerdings nicht, die Technomusik schallt lautstark.
Gegen 3.00 ist dann Ruhe. Allerdings hat niemand mit dem Leierkastenmann gerechnet, der pünktlich um 5.00 Uhr seinen Dienst beginnt. Fischmarkt! Aufstehen!!! Herr Erdmann ist zu müde und dreht sich wieder um.


Aber auf dem Fischmarkt stehen und dann nicht hingehen? Das geht gar nicht.

Um ca. 7.30 Uhr gehen Silke und ich alleine. Der Leierkastenmann spielt unaufhörlich die gleichen Lieder.  "Ich könnte ihn umbringen", meint Herr Erdmann. Silke und ich hingegen überlegen, ob wir ihm nicht Geld geben sollten, damit er ihm ein Extraständchen bringt ;) Herr Erdmann würde Geld zahlen, damit er aufhört ;))


Auf dem Fischmarkt ist jede Menge los und wir kämpfen uns durch die Menschenmassen. Erstehen noch ein paar Blumen und einen Korb aus Schilfrohr, prall gefüllt mit Obst.  10,- €, ein Schnäppchen!
Später stellt sich heraus, dass es minderwertiges Obst ist, am Haltbarkeitsdatum vorbeigeschrappt, aber aus einem Teil der Nektarinen wurde dann Marmelade. Egal, der Spaß war's wert!
Punkt halb 10 Uhr ist dann Schluss und nichts darf mehr verkauft werden. Der Leierkastenmann spielt noch immer..... Zeit nach Hause zu fahren. Tschüss Hamburg!

Kosten:    Övelgönne  18,20 & Fischbrötchen
Fischlokal 70,- & Schellfischposten 10,-
Drinks Alster 12,- &   Einkauf Reeperbahn
Weitere Kosten alle im Bordbuch

  

Sonntag, 27.7.2014
Heute geht es wieder Richtung Heimat. Frühstück wird auf später verschoben, da wir weder über Wasser noch Brötchen verfügen. Also unterwegs irgendwo eine Raststätte ansteuern.Leider hat die Raststätte Soltau keinen Backshop, aber es sind nur noch 2 km bis Bispingen. Daher melden wir uns spontan bei Ralph an und parken an alt gewohnter Stelle an der Kirche im Ort. Hier hat auch der Bäcker heute auf.

Ralph kommt vorbei und frühstückt mit uns. Vorher gab's natürlich ein großes "Hallo" und die Wiedersehensfreude bei Ralph war groß, Silke endlich mal wieder zu sehen. Weiter geht's.
Nächster Stopp dann Guxhagen bzw. in Edermünde Haldorf. Wohnmobil ausräumen, umpacken ins Auto, da das WoMo bei Herrn Erdmann stehen bleibt. Wir hüpfen nochmals in den Pool, dann fahren wir zurück nach Hause. Ende, Schluss!

Schön war's, hauptsächlich in Hamburg.

Kosten: Brötchen 5,10 €
Tanken 68,62 €
Gesamtkilometer: 1.097 

 

10 Dinge, die ich auf dieser Reise gelernt habe:
1. Mädelstouren sind anders als mit Partner
2. Je genauer die Absprachen, desto besser die Reise
3. Reisebudget von jedem vorab festlegen
4. Auszeit einplanen - nicht 24 Std. miteinander verbringen
5. Locker bleiben
6. Schnäppchen machen steigert die Laune ungemein
7. Ab und zu eine Reise in die Vergangenheit machen ist klasse
8. Hamburg ist immer wieder schön
9. Mit kleinen Zwischenstopps lassen sich die Freundschaften auch über Distanz pflegen
10. Es ist schön, überall Freunde zu haben

 

 

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