Campingtour

Tag 1

Sir Lowrys Pass - Grabouw - Caledon - Napier - Kap Agulhas

24.3.2016 Wetter: bedeckt, teils Nieselregen, ca. 20C°

 

Nachdem mir gestern Abend Ammarentia gesagt hat, ich soll die Schlüssel auf den Küchentresen legen, damit sie früh ihre Sachen einpacken kann, dachte ich wirklich, sie meint ¨früh¨. Ich hatte den Camper ja bereits gestern Abend gepackt, somit musste Sie nur ihre Kleider und die Spezial-Lebensmittel einpacken. Um 7.30 Uhr ist sie aufgestanden - um 10.30 Uhr waren wir abfahrbereit....

Erste Tat nachdem wir startklar waren, wieder zurück zum Vermieter fahren, um zu klären, warum der Camper keinen Innenspiegel hat, wie hier die Gasflasche gewechselt wird und warum die Jalousie am Bett nicht funktioniert.

Info vom Vermieter: "Spiegel gibt es nicht bei diesem Camper!" (hab ich noch nie gehört, ich werde das in Deutschland prüfen. Ist ja ein Fiat Kastenwagen), Jalousie ist defekt und muss komplett ausgetauscht werden. Ebenso der rechte Scheinwerfer, der trotz Birnenwechsel gestern immer noch nicht funktioniert.
Fast 2 Std. später und wir kommen endlich los!

 

Dann zur Bank Geld holen, Tanken und Lebesmittel einkaufen. Am Besten unterwegs, wo wir gut parken können, denn der Camper ist schließlich kein Auto und etwas länger. Tanken erfolgt gleich um die Ecke. 800R -Wow!

Ist eben ein etwas größeres Auto...

Geld holen habe ich jetzt schlicht vergessen, aber den Einkauf erledigen wir dann eben ¨on the Road¨

 

Wir fahren von Somerset West auf der N2 Sir Lowrys Pass Richtung Hermanus. Die Straße schlängelt sich den Berg hinauf und wir haben einen wunderbaren Blick von hier oben auf die False Bay und die Hottentot Mountains.

Wer den Blick etwas länger genießen möchte, hat die Möglichkeit einen kleinen Stopp am View Point einzulegen. Wir fahren weiter und lassen den Stenbras Dam auf der rechten Seite liegen. Unser nächster Stopp ist in Grabouw der Farmstall Peregrine. Wir kaufen frisches, hausgemachtes Brot, selbstgemachten Saft, einen leckeren Pie für unser Abendessen und eine Flasche Wein. Unbedingt stoppen! (Peregrine, Grabouw 7160 www.peregrinefarmstall.co.za)

Nicht nur frische Lebensmittel, auch kleine Shops mit Dekoration, die jedes Frauenherz höher schlagen lassen, finden sich hier.

Die Farmstores / Padstals sind in Containern untergebracht. Eine schöne Art von up-cycling, die alten Container zum Leben zu erwecken.

Auf dem Weg liegen noch einige Farmstalls. Einer davon ist ¨Dassies Fontein¨ - und bietet neben dem Coffee Shop (nicht zu verwechseln mit denen in Amsterdam ;)) auch noch Antiquitäten an. Den besuchen wir dann auf dem Rückweg.

 

Unser anvisiertes Ziel Caledon, liegt 34 km vor uns. Wir fahren durch flachhügeliches Farmland, welches nichts Besonderes aufzuweisen hat, bevor wir Caledon erreichen. Die kleine Stadt verdankt seine Entstehung den 50 C° heißen Quellen, aus denen täglich etwa 1 Mio. eisen- und mineralhaltiges Wasser sprudeln.

Der erste Siedler baute hier 1708 für Besucher ein kleines Guesthouse . Sein Name Ferdinand Appel. Er muss aus Wächtersbach sein ;)  Den Namen Caledon verdankt es allerdings dem Gouverneur Earl of Caledon.

 

Wir passieren die Einfahrt zum Caledon Hotel, statten kurz dem Casino (mit etwa 100 Spielautomaten) einen Besuch ab und erklimmen dann die Stufen zum SPA. Denn wir wollen ebenfalls in den heißen Quellen baden, denen man heilende Wirkung voraussagt. Schließlich sind unsere Glieder schon alt und gebrechlich ;)

Doch bevor wir unseren Obulus löhnen, besichtigen wir erst einmal die Anlage. 2 längliche Schwimmbecken, eine Wellness-Oase mit Massagen (die wir natürlich nicht besichtigen können), ein Fitnessraum und 3 Becken, in die von einem künstlichen Wasserfall heißes Wasser läuft.

Das große Becken ist gesperrt und die 3 kleinen Becken sind ziemlich voll. Zudem sieht das Wasser weniger einladend aus, da es mehr grün und braun als klar ist und Blätter darauf schwimmen. Da ich auch nicht die Absicht habe, "hautnahe" Kontakte zu schließen, entscheiden wir, dass ein Foto vor dem Wasserfall für unseren Caledon-Ausflug ausreichen muss.

 

Weiter Richtung Kap Agulhas. Nächster Kaffeestopp in Napier, ein kleines, nettes Straßendorf mit einer schönen Kirche. Gegenüber ein kleiner Krimskrams-Laden, mit einem etwas skurrilen, älteren Herrn. Er führt uns sofort in den Keller, um uns seine ¨Schätze¨ zu zeigen -  wir landen prompt in einem privaten Militärmuseum, aus der ganzen Welt zusammen- getragen. Von Uniformen, Waffen, Schriftstücken bis hin zu Medaillen und Büchern aus dem 2. Weltkrieg. Unter anderem auch ein Schriftstück mit Hitlers Unterschrift.

 

Den unerwarteten Besuch verdauen wir bei einem Espresso in einem wunderschönen kleinen Café ¨Pascal's Chat Noir¨. Schnell die letzten Einkäufe für heute Abend, dann geht es weiter. Auf der Strecke liegt Gans Bay, für alle Adrenalinjunkies - denn hier taucht man mit dem weißen Hai. Allerdings sollte man seetauglich sein, denn alleine die Schaukelei auf dem kleinen Boot und den Geruch vom Blut der Köder ist nichts für Leichtmatrosen. Spätestens wenn die ersten Gäste anfangen die ¨Fische zu füttern¨, ist es schwierig, das Frühstück bei sich zu halten.

Mein Sohn hat die Erfahrung vor einigen Jahren gemacht. Ich habe gekniffen, als ich die Machart des Käfigs gesehen habe, die nur aus dünnen Eisenstangen besteht mit sehr große Öffnungen. Die Haie werden mit Fischabfällen und Blut angefüttert, damit sie möglichst nahe ans Boot kommen. Einer landete sogar auf der Spitze des Buges und ich empfand diese Aktion seinerzeit mehr als gefährlich. Weniger wegen dem Hai, sondern mehr, da die Boote sehr alt und wackelig waren und nicht gerade vertrauenswürdig.

Die Heldentat meines Sohnes habe ich lieber auf Video festgehalten, als selbst in den Käfig zu steigen. Als wir aus dem Boot ausgestiegen sind, waren alle Gäste ziemlich weiß um die Nase und die wenigsten haben das anschließend angebotene Frühstück genießen können. Da wir weder uns noch irgendjemand anderen etwas beweisen müssen, brauchen wir diese Heldentat nicht vollbringen und deshalb ist das ¨südlichste Ende Afrikas¨ unser nächstes Ziel.

 

Am Kap Agulhas befindet sich die Trennungslinie zwischen Indischem und Atlantischem Ozean. Da das Wasser hier fast 250 km Richtung Meer flach ist, gehört es zu den besten Fischfanggebieten der Welt. Hier steht der 1848 erbaute Leuchtturm, der heute ein Museum und der zweitälteste Leuchtturm Südafrikas ist. Obwohl stark beeindruckt von den Wellen und der Brandung, verschieben wir die Besichtigung des Leuchtturms und den Spaziergang entlang der Küste, auf morgen Vormittag. Wir fahren zurück nach Struisbaai, zum Municipal Caravan Park. Für 165R dürfen wir unseren Camper hinstellen, wo wir wollen, Wasser und Strom am Platz inclusive. Unser Platz Nr.89 liegt direkt erste Reihe mit Blick auf den Ocean. Wir hören die Wellen rauschen und genießen das erste Glas Wein, bevor wir das mitgebrachte Chicken Pie verzehren. Die Nachbarn statten uns einen Besuch ab und wir beschließen den Abend mit Meeresrauschen und der nötigen Bettschwere von unserem Wein. Baie lekker!

 

Start: 98.649 km Ende: 98.839 km

Kosten: Tanken 810,-R Campingplatz: 165,-R Struisbaai Karavaanpark 028-435 6820 (Bredarsdorp)

Einkauf 16,-R   Café 17,-R   Pfeffer&Salz Streuer 50,-R    Pelegrine Farmstall Einkauf 122,45 R

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