Campingtour

Tag 4

Tsitsikamma - Wilderness

27.3.2016, Wetter: ca.20C° warm und windig

 

 

Die ganze Nacht hat es geregnet, ach was, geschüttet und ich habe mich schon den Berg runterschlittern sehen bei Regenschauer, denen der Scheibenwischer nicht gewachsen ist. Schließlich bedeutet Tsitsikamma in der Khoisprache so etwas Ähnliches wie klares bzw. sprudelndes Wasser. Stimmt, hatten wir - von oben!

Aber der Wettergott war gnädig und hat nach dem Frühstück die Sonne durch die Wolken bugsiert. Also schnell in die Buxe springen, Pulli drüber und ca. 1 km zur Bloukrans Brücke gehen, um den Waghalsigen bei ihrem Bungee Sprung zuzusehen. Ich habe mich gefragt, ob Maximilian das machen würde?

Vom View Point des Restaurants zuzusehen war schon aufregend, aber die Übertragung auf den Bildschirm von der Bungee-Kamera war noch aufregender. Muss aber viel Spaß machen, denn alle haben gelacht, nachdem die erste Schrecksekunde überwunden war. Nach ein paar Sprüngen bin ich zurück zum Camper.

 

Wir wollten noch zum Khoi Village. Leider war außer ein paar heruntergekommenen Hütten nicht mehr viel zu sehen. Ammarentia erzählt, dass diese Projekte von der Regierung an die lokalen Communities gegeben werden, die dann das jeweilige Business an Einheimische vergeben, um Ihnen ein Einkommen zu sichern.

Leider verkommen die meisten, da weder das Wissen, noch der Wille da ist, ein Business zu führen. Schade, wenn ich richtig gezählt habe, waren es einmal 8 Zimmer, Coffeeshop und kleine Läden. Die Renovierung würde vermutlich Unmengen verschlingen und die Einnahmen decken bestimmt nicht die Kosten.

Wer heute hierher kommt, der will Bungee Jumping machen, wohnt in den super Chalets direkt an der Brücke mit viel Komfort. Gestern Abend haben wir noch lange den Gesängen und der Musik aus der Kirche zugehört - hat sich für mich fast angehört, wie eine riesige Party. So ähnlich läuft allerdings auch ein Gottesdienst von den Schwarzen ab. Viel Gesang, Geklatsche, Zwischenrufe und es gab eine Küche, in der eine ältere Frau Essen gekocht hat. Also doch Party.

Da der Pastor heute Morgen gepredigt hat, als ich vorbeigekommen bin und dies in der Regel sehr lange dauern kann, bin ich weg, ohne die Gesänge zu hören. Schade. Im Übrigen, haben viele ihre Handys laufen oder filmen mit Kamera. Ammarentia sagt, sie lieben es gefilmt zu werden. Also Gottesdienst per Video. Warum nicht.

 

Von Tsitsikamma ist unser nächster Stopp einer der Hauptattraktionen, die ¨Storms River Bridge¨ die man überqueren kann und so den atemberaubenden Ausblick des Storm River George genießen kann. Dieser Genuss bleibt mir verwehrt, denn nach 20 m kehre ich um, da ich Schiss habe. Man muss nicht alles machen.

Der Gang über die Suspension Bridge (Hängebrücke) über die Mündung des Strom River erübrigt sich daher auch.

 

Der Tsitsikamma sowie der Otter Trail gehören zu den schönsten Wanderwegen des Landes. Allerdings sollte man mehr als 12 Monate im Voraus buchen. Der Otter Trail dauert 5 Tage und man muss unterwegs übernachten. Wir haben weder reserviert, noch Zeit 5 Tage zu wandern, deshalb begeben wir uns wieder Richtung Heimat, in diesem Fall Richtung Cape Town. Vorbei an Nature's Valley (der National Park ist sehenswert, der Ort selbst bietet nicht viel) Plettenberg, Knysna Richtung Sedgefield, wo wir an den schönen Seen campen wollen.

Mist, Ausfahrt verpasst. Dann eben in Wilderness. Wir landen auf einem Campingplatz direkt am Swartvlei, dem größten Salzwassersee in Südafrika. Swartvlei heißt so viel wie Schwarzes Wasser = Sumpf.

Die Preise - ohne Elektrizität Anschluss - sind im Vergleich zu anderen happig, dh. 330,-R!!

 

Ammarentia will weiter zu einem tollen Campground mit Seeblick. Ich bitte Sie, vorher anzurufen. Sowohl dieser, der übrigens weder See- noch Meerblick hat, da er in den Bergen liegt, ist ausgebucht. Bin ich froh, dass ich diesmal darum gebeten habe vorher anzurufen.

Wir bleiben also hier, auch wenn in der ersten Reihe, wo unser Camper momentan steht, kein Elektroanschluss ist und wir nachher nochmals umparken müssen, um Strom zu haben.

Ich find’s überhaupt nicht schlimm, und die Flappe übersehe ich jetzt einfach. Ich zahl alles, es ist wunderschön hier und man muss diesen traumhaften Ausblick einfach genießen.

Ich hol die Campingstühle raus, Tisch aufgestellt und dann gibt es einen Kaffee. Für mich ist die Welt in Ordnung!

Wenn man nicht glücklich ist, wenn das gewohnte Umfeld nicht da ist, dann darf man eben nicht verreisen. Ich kann mir auch nicht den ganzen Tag irgendwelche Leidensgeschichten von Leuten anhören, die ich überhaupt nicht kenne.

 

Jetzt sitze ich also hier direkt am Swartvlei, und genieße diese unheimliche Ruhe und das Rauschen der Bäume. Nachher wird umgeparkt, dann gibt es was zu essen und vielleicht heute Abend mal zur Abwechslung eine DVD.

Die Campingnachbarn kamen gleich vorbei und haben uns zu einem schönen Aussichtspunkt, ca. 100m entfernt gebracht, Wellen und Aussicht inclusive. Nette Leute. Der Nachbar hat mir gleich stolz sein komplettes Zelt samt Inventar (Kühlschrank, Mikrowelle und Lichtanlage für den Sohn) gezeigt. Als Belohnung gab es von der Nachbarin gleich selbstgebackene Muffins. Ich krieg jetzt zwei, da Ammarentia kein Bacon isst. Gut für mich ;)

Mal sehen, ob wir morgen den Weg über die N2 George - Oudshoorn nehmen oder entlang der Küste fahren. Küste wär mir lieber...

 

Start: 99.383 km Ende: 99.538 km

Kosten: Mautgebühr 45,-R Camping: Swartvlei Camp 330,-R Coffee 98,-R

 

 

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