Südafrika I.


Südafrika ist "IN"

Wer noch nicht da war, der will hin. Und nicht nur wegen der großartigen Landschaften, dem tollen Licht und der fantastischen Tierwelt. Hin kommt man mittlerweile mit vielen Airlines. Lufthansa oder South African fliegen täglich über Johannesburg, von dort geht es dann weiter. Auch KLM bietet öfters Reiseschnäppchen. Und wer ein "Rundum-Sorglos-Paket" bevorzugt, der bucht am besten schon ein Komplett-Paket eines Reiseveranstalters.

Im August, dem afrikanischen Winter ist die optimale Reisezeit, wer die Tierwelt in den Parks bei Johannesburg besuchen möchte. Trotzdem kann es dort tagsüber ziemlich warm sein. Nachts sind die Nächte allerdings ziemlich kalt. Überhaupt sollte ein Südafrika-Tourist immer eine Windjacke und einen Pulli dabei haben. Durch die Lage am Meer weht öfter eine "steife Brise".

Aber was ist so besonders, dass alle ans schönste Ende der Welt wollen? Es gibt Berge, Meer und Wüste. Pulsierende Städte und Naturparks, Weinanbaugebiete und eine Küche, die geprägt ist von den Einwanderern dieser Welt - kombiniert mit einheimischen Köstlichkeiten. Die Mischung macht's. Alles in Allem - für mich ist Südafrika einfach Weltklasse und Kapstadt gehört zu den schönsten Städten der Welt.

Das war nicht immer so. Die San, Buschmänner und Ureinwohner des Landes, hatten sich vor ca. 20.000 Jahren ein schönes Plätzchen am unteren Zipfel des Landes gesucht, bis Jan van Riebeeck auf dem Seeweg hier vorbei kam und es als den idealen Versorgungsort für die Handelsschiffe der Ostindien-Kompanie erklärte. Die Bucht um den Tafelberg war geschützt, ideal am Meer gelegen und durch die Seeluft waren die Böden fruchtbar und ertragreich. Ein idealer Standort.

 Die San, die ein eher friedliebendes Volk sind, wurden vertrieben oder als Sklaven gehalten. Ihre Vertreibung begann allerdings bereits im 17. Jahrhundert, als die Bantu nach Südafrika übersiedelten. Sie waren Viehzüchter und beanspruchten das fruchtbare Land um die Kap Region für sich. Die friedliebenden San waren gegen die kämpferischen Bantuvölker eher chancenlos und viele zogen immer weiter in trockenere Gebiete ins Landesinnere, wo sie zum Teil noch heute in ihren Dörfern in der Kalahari anzutreffen sind. Ihre Kenntnisse über Pflanzen, Heilkräuter und Flora und Fauna war so groß, dass sie in der Lage waren auch in dieser Region zu überleben. Die Männer gingen auf die Jagd oder stellten Fallen und waren große Spurenleser. Die Frauen waren für das Sammeln und Zubereiten der Pflanzen und Früchte zuständig.

Auch die Khoi (Khoikhoi) waren verschiedene Nomadenvölker die ebenfalls in der Kap Gegend ansässig waren und hauptsächlich Viehherden besaßen. Sie betrieben regen Tauschhandel. Als die Europäer mit ihren Schiffen kamen, waren sie zunächst willkommene Tauschpartner. Als sie jedoch kein Interesse hatten, hier weitere Aufbauarbeit in der Landwirtschaft zu leisten gab's Ärger im Paradies. Die Europäer nannten die Einwohner mit Vieh "die Hottentotten" und die anderen die "Buschmänner".

 

Doch zunächst landete der Portugiese Bartholomeu Dias zufällig bei Sturm am 3. Februar 1488 in der Bucht von Mossel Bay, auf einer Expeditionsreise Richtung Osten. Dann segelte Vasco da Gama zu Weihnachten 1497 um das Kap und begründete mit seinen Verbindungen zum Indischen Ozean die Gewürzroute. Allerdings war das Kap wegen seiner unberechenbaren Stürme gefürchtet.

Dann übernahmen die Engländer und Holländer die Führung im Handel mit Asien. Als dann 1647 ein holländisches Handelsschiff auf Grund lief mussten 62 Matrosen hier bleiben, bis man sie wieder abholen wollte. Einer unter der Schiffsbesatzung war der Holländer Jan van Riebeeck. Als der junge van Riebeeck nicht mehr genügend Arbeitskräfte hatte, musste er Sklaven aus Madagaskar und Java "importieren", um Obst und Gemüse anzubauen. Auch Weintrauben gehörten dazu und 1659 wurde dann erstmals Wein am Kap gepresst. Heute gehört die Weinbauregion rund ums Kap zu den Highlights jeder Rundreise.

 

Als van Riebbeck das Kap verließ, hatten zwischenzeitlich Europäer, Sklaven aus Asien und Afrika das Kap besiedelt und es gab Farmen entlang der Halbinsel. Bad gab es Straßen und Gebäude und das war der Beginn von Kapstadt, das heute noch "Mother City" genannt wird. Die Briten machten dem Spuk dann ein Ende und erklärten Südafrika zur Kronkolonie und die Sklaverei zur Vergangenheit. Übrig blieb ein Schmelztiegel aus Afrikanern, Indern, Malaien, Indonesiern und Europäern. Die Schwarzen, die Weißen und die Coloureds, die einen Anteil von 50% der Bevölkerung ausmachen.

 

Wer die Stadt in ihrer vollen Pracht sehen will, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als auf den Berg zu gehen oder zu fahren. Mit der Seilbahn kommt man auf den 1087 m hohen Tafelberg, der häufig so aussieht, als hätte man ein weißes Tischtuch auf die Tafel gelegt. Umrahmt von Wolken, die dann den atemberaubenden Blick auf die Bucht versperrt und auf Robben Island, wo Nelson Mandela bis zu seiner Entlassung inhaftiert war.

 

Fast genauso gut und kostenfrei kann man den Blick vom gegenüber liegenden Signal Hill genießen. Am schönsten am späten Nachmittag mit einer Flasche Wein im Gepäck und von dort dann den "Sundowner" mit dem Blick auf die Bucht genießen. Von hier kommt man entweder zurück in die City oder man macht einen kurzen Abstecher nach Camps Bay. Hier muss man einfach mal hin. Sehen und gesehen werden, lautet eindeutig hier das Motto. Am Strand werden öfters Fotoaufnahmen für Modemagazine gemacht oder Filmszenen gedreht. (Sogar einmal für einen Bollywood Film ;) Wer also hip sein will, der kommt an Camps Bay, den teuren Autos und den hübschen Mädchen gar nicht vorbei.

 

Mindestens genauso schick ist die Waterfront. Mächtig aufgerüstet zur Weltmeisterschaft finden sich hier unter dem Riesenrad jede Menge Restaurants für jeden Geschmack. Umrahmt von Geschäften und Souvenir Shops herrscht ein Gewimmel rund um das Hafenbecken. Ein beliebter Treffpunkt der deutschen Community war das Paulaner Brauhaus gegenüber vom Clock Tower, wo die Schiffe nach Robben Island abfahren. Leider hat das Lokal 2012 dicht gemacht.

 

Einen Sundowner kann man auf einem Katamaran bei einer Fahrt durch die Bucht genießen. Wein bis zum abwinken - für den, der's mag. Es gibt zwar keinen schlechten Wein, aber hat mit den besonderen Lagen, die auf den Weingütern angeboten werden wenig zu tun. ;)

Aber auch tagsüber kann man stundenlang durch die Malls an der Waterfront streifen und sich in den vielen kleinen Geschäften und Boutiquen umsehen. Vermutlich gibt es hier nichts, was es nicht gibt. Edle Designer, (zwischenzeitlich leider auch viele Ableger europäischer Modehäuser) afrikanische Modelabels, Kunst, Handwerkskunst und jede Menge "Fresstempel". Einfach gigantisch und ideal für einen Tag bei schlechtem Wetter.

 

Bummeln und shoppen kann man auch in der Long Street, die sich durch die Stadt zieht. Aber auch hier haben zwischenzeitlich einige Straßenhändler ihre Stände aufgebaut, die stark an unsere "Flohmarkt-Shops" erinnern und Massenware anbieten. Das war vor der WM noch anders. Da haben hier wirklich verschiedenste Künstler oder Handwerker ihre Waren angeboten und man konnte oftmals noch zusehen, wie sie die kleinen Souvenirs hergestellt haben. Gleiches gilt für die vielen kleinen Cafés und einheimische Restaurants, die zwischenzeitlich einigen großen, auf Touristen abgestimmte Kettenlokalen gewichen sind. Trotzdem - wenn Sie es nicht anders kennen, werden Sie diese Stadt trotzdem sofort lieben. Spätestens wenn Sie abends durch die quirligen Straßen geschlendert sind und überall fröhliche Menschen und Musik zu hören ist, wollen Sie nicht mehr zurück. Viele werden dann vom sogenannten "Afrika-Virus" gepackt und kommen immer wieder.

 

Aber jetzt begleiten Sie mich auf meiner Reise und verbringen mit mir sonnige Tage in Südafrika. Viel Spaß!

Südafrika ich komme!

Wenn nicht die vielen "Verpflichtungen" wären, weshalb man selbst meint, da sein zu müssen, wäre ich am liebsten schon im Januar geflogen. Das schlechte Wetter und die Dunkelheit haben mich ganz depressiv gemacht. Allerdings sagte mir meine Freundin Ammarentia, dass ich sie bei der derzeitigen Hitze in Südafrika nicht beneiden müsse. "You do NOT want this sun! It is a killer!"

Normalerweise ist Februar der heißeste Monat. Aber warm ist immer noch besser als kalt! Jedenfalls für mich.

  

Also jetzt wird es also März, bis ich wieder in die "Heimat" fliege. Und ich meine es so, wie ich es sage.

Ich fühle mich, nicht nur wegen meines südafrikanischen Passes, hier mehr Zuhause als in Deutschland.

Deshalb Flug raussuchen, abklären mit den Freunden, wer wann wo Zeit hat und wo ich schlafen kann. Dann kann's losgehen. Bevor ich jedoch Koffer packe, sollte ich vorher abklären, ob meine Kisten noch immer in der Garage bei einem Freund stehen. Wenn ja, brauche ich nur wenig mitzunehmen. Meine "Basics" müssten theoretisch noch alle da sein. Wir werden sehen.

 

So mein Flug ist gebucht. Frankfurt - Johannesburg - Kapstadt. Dadurch, dass es keine Direktflüge mehr mit Lufthansa bzw. SAA gibt, muss ich in Johannesburg zwischenlanden. Ob man mit der Lufthansa fliegt, oder mit South African hängt davon ab, wie man am besten Meilen sammelt oder Rabatte nutzen kann. In der Regel ist es etwas günstiger mit SAA (South African Airlines) zu fliegen. Ich nutze mein Meilenkonto und fliege daher mit Lufthansa.

 

Ich würde auch gerne mit einem Wohnmobil durch SA fahren, aber nur, wenn noch jemand mitkommt und ich Begleitung habe. Alleine ist das ein NO GO!

Herr Erdmann hat mal wieder keine Zeit. Also muss ein "Ersatz" her. Mal sehen, ob ich evtl. über Reisepartner jemand finde, der zur gleichen Zeit in SA ist wie ich. Meine Freunde haben leider keine Zeit, mich zu begleiten. Aber ich kann einige Tage mit Ihnen verbringen. Ist ja auch nicht schlecht!

Es geht los ...

Frankfurt, 6. März 2016

Tja, jetzt sitze ich hier am Flughafen und schreibe, fast genau 5 Jahre später, wieder Reisetagebuch über meine Südafrika Reise. Ich war zwar zwischendurch wieder da, aber nicht primär auf Reisen, sondern um unser Haus etc. aufzulösen. Das steht aber in einem anderen Diary...

 

Dieses Mal bleibe ich fast 5 Wochen - und alles ohne größere Planungen. Ich habe nur einen Camper (WOMO) für 9 Tage gebucht. Ammarentia und ich gehen in den Oster-ferien auf Tour. Planung: Richtung St. Lucia - an die Ostküste. Aber auch hier: keine Buchung oder Voraus-planung der Reise. Diesmal lautet die Devise - relaxen und spontan etwas unternehmen. Einziger Wunsch, ich möchte gerne Richtung Durban, nach St. Lucia, denn weiter bin ich bisher nicht gekommen. Mal sehen, ob es klappt.

 

Herr Erdmann, mein Sohn nebst Freundin haben mich zum Airport gebracht und Ammarentia holt mich in Südafrika ab. Bei ihr werde ich wohl auch die meiste Zeit wohnen. Falls ich keine Lust mehr habe, wechsele ich zu Margit, bei der ich noch ein paar Nächte (vom Umzug 2013) gut habe. (Möbel, Gartentöpfe und Kleinkram gegen Übernachtung bei ihr). Wie gesagt, ich habe keinen Plan und lasse alles auf mich zukommen. Da ich über diese Reise im Blog schreibe und dann den Artikel auch gerne in einem der Magazine veröffentlichen möchte, ist dies sozusagen eine Dienstreise.... ;)))

 

2 Std. später: jetzt sitze ich im Flieger und meine Spielereien mit dem Handy (in den letzten 30 Minuten am Gate) haben mir einen Virus auf dem Handy beschert, als ich im Weltreiseblog gelesen habe...

 

Da ich kein Netzt habe (öffentliches WLAN will ich nicht mehr) klappt auch ein Update auf Antivirus Pro nicht :( Also abschalten und in CPT zum Computerladen gehen. Hilft alles nix!

 

Der Flieger ist proppenvoll und ich hatte leider kein Glück einen Premium Eco Sitzplatz zu buchen. Aber zwischen meiner indischen Nachbarin (die im Schneidersitz im Sessel sitzt) und mir ist ein freier Platz, sodass ich meine Beine austrecken kann und ziemlich bequem sitze. Also nicht wie in der Sardinendose eingeklemmt.

Wetter in Deutschland die letzten Wochen nur Regen. Heute Morgen sogar Schnee. Ammarentia sagt, dass ich vom deutschen Wetter in Südafrika begrüßt werde. Alle hoffen auf Regen, da die letzten Wochen extremst heiß waren. Aber ich bin vom Regen geflüchtet - also bitte jetzt kein Regen.

 

23.30h Dinner!!! Da wir ¨Dank meinem stets hungrigen Sohnes am Airport einen Abstecher zu KFC machen mussten und ich einen Eimer für 4 Pers. mit 20 Hähnchenteilen plus Beilagen bestellt habe, verzichte ich jetzt gerne auf mein Hühnchen mit halbrohem Kürbis.

Das Fleisch ließ sich kaum schneiden, auch die Dame hinter mir hatte den Kampf mit dem Chicken aufgenommen.

er Koch hatte leider das Pech, dass der als "al dente" zubereitete Kürbis im Flieger einfach nicht weiter fertiggaren wollte. Auf den Kuchen habe ich freiwillig verzichtet, denn trotz meiner "unterbrochenen Kuchendiät", will der Rettungsring um den Bauch einfach nicht kleiner werden ;) Nur die Schokolade rette ich für "schlechte Zeiten"...

 

 




      Man wird nicht groß, wenn man die Größe für sich beansprucht - Sprichwort der Xhosa

Flieger / Somerset West, 7. März 2016

Nachdem uns die ganze Nacht der Regen begleitet hat, scheint über den Wolken die Sonne. Allerdings schaue ich auf eine dichte Wolken- decke - wie es wohl darunter aussieht? Auch sonnig und 23 C°!!!

 

Hurra, gelandet!  Nach Zwischenlandung in Johannesburg (Jo'burg unter Einheimischen ;) und einer ersten Prise afrikanischer Luft, kann ich es kaum erwarten meinen Koffer vom Gepäckband zu nehmen, durch die Passkontrolle zu gehen und endlich wieder hier zu sein.

Und mit meinem Südafrikanischen Pass muss ich auch nicht in einer langen Warteschlange stehen, denn hier an den Schaltern ist der Andrang nicht so groß.

 

Ammarentia hat mich abgeholt und als ich die ersten Berge und den Tafelberg gesehen habe, war ich happy. Fühlt sich gut an. Zuhause!

Es sieht auf den ersten Blick noch aus, wie früher. Nur der Bauboom scheint weiterhin ungebrochen.

Erster stopp an der Mall, um Geld abzuheben - aber die ABSA Bank hat um15.30 bereits zu. Office hours 8.30 - 15.30 h.

Ich habe nicht richtig nachgesehen und meine ABSA Card Zuhause vergessen. Ist aber unerheblich, denn nach dem neuen Gesetz wird die Karte nach 6 Monaten sowieso ungültig wenn sie nicht benutzt wird. Also neu beantragen.

Zweiter stopp - Woolworth Lebensmittel. Das Paradies auf Erden. Mir geht das Herz auf. Obwohl die Preise angehoben haben, kommt es auf den Wechselkurs an, ob es günstig ist oder nicht. Der derzeitige Kurs steht bei 1:17.Für Urlauber also mehr als günstig. Ich habe zu 7.98 getauscht damals. :(

 

 

Somerset West, 8. März 2016   sonnig, 23C°  

Mein erster Urlaubstag: Ich sitze bei Ammarentia im Garten und fröhne dem Nichtstun. ¨Dolce far niente¨.

Dabei blättere ich ein bisschen in einer Zeitschrift und genieße die Sonne. Sofort handele ich mir einen kleinen Sonnenbrand ein. Also unbedingt Sonnencreme benutzen!

Wie die Sonne doch endschieden Einfluss auf unser Wohlbefinden hat. Obwohl ich alleine rumsitze, geht es mir gut!!!

 

Für morgen habe ich mich mit Margit verabredet, die mich abholt und zur ABSA Bank bringt. Danach gehen wir vielleicht Mittag essen und besprechen, wann ich einige Tage zu Margit ziehe und wir gemeinsam etwas unternehmen.

Nachmittags bin ich mit Norfried und Renate zum Kaffee verabredet. Donnerstag treffe ich Louise und nächste Woche Erna. Die Nummer vom Taxi habe ich auch ausfindig gemacht, sodass ich auch ohne Mietwagen die nächsten Tage mobil bin.

 

Das Warten auf das Abendessen hat sich gelohnt. Mir war schon ganz schlecht vor Hunger und ich hatte Magen-krämpfe, als Ammarentia endlich um 19.30 Uhr kam. Sofort losfahren zu Ocean Basket in die Mall. Service ist sehr lausig heute, aber das Essen wie immer einfach spitze!

(Mir scheint, ich hatte Entzugserscheinungen).

Fisch & Reis mit Zitronenbuttersauce für 54,-R.!!! Wenn man das umrechnet... 

Ammarentia bestellt Sushi und ich noch eine Karaffe Wein. Alles zusammen für 172R + Tipp 190R. Bei derzeitigem Wechselkurs etwas mehr als10, Euro. Jetzt bin ich müde, daher meine Eindrücke vom kurzen Besuch in der Mall zum späteren Zeitpunkt.

 


Somerset West, 9.3.2016 

Heute Morgen stand kurz nach 9.00h Margit vor der Tür. Schnell aus dem Schlafanzug raus und in die Hose hüpfen, bei der Nachbarin klingeln und das Remote für das Gate holen damit sie reinfahren kann.

Weiter zu Chatters zum Frühstücken. Toll, im Garten sitzen und klönen. Preise haben auch hier angezogen. 69, R für 1 Croissant, Müsli und 1 Kaffee. Aber schön war’s.

Vorher natürlich zur ABSA Bank, damit ich wieder flüssig bin. Wie gesagt, wird die Bankkarte nach 6 Monaten Inaktivität ungültig und das Konto eingefroren. Jetzt ist es wieder aufgetaut ;)

 

Margit musste zurück, dem Gärtner was zu Essen machen (diese Verpflichtungen hatte ich total vergessen) und hat mich auf dem Weg an der Vergelegen Mall (neu - hinter Dennegeur) abgesetzt. Kurz ein paar Kleinigkeiten wie Zahnpasta & Shampoo besorgt und einen Kaffee getrunken. Dann eine Dame gefragt, ob sie mich mitnehmen kann bis Dennegeur, damit ich die 2 km nicht laufen muss. Sie hat mich sogar bis zu Norfried gebracht. In Deutschland käme ich nicht im Entferntesten auf die Idee jemand anzusprechen, ob er mich mitnehmen könnte...

 

Der Berg Richtung Gordons Bay und nach Sir Lowrys Pass Road ist total zugebaut und es wird noch immer Estate nach Estate gebaut.

 

Norfried sagt, die Evaluation und die Rates und Taxes werden immer höher und auch die Levy ist von 465R auf 975R gestiegen. Selbst Ammarentia zahlt für ihr kleines Haus 1000R Levy +1000R Tax.

Daher will Norfried sein Haus verkaufen und sich verkleinern. Ich bezweifle nur, dass er es für 4.7 Mio. verkaufen kann, wie er sich das vorstellt. Sein Haus ist ziemlich verbaut und lange nicht so schön wie meins war, und ich habe fast 3 Jahre gebraucht bis es verkauft war - mit Verlust.

 

Ich genieße den Nachmittag mit einem Kaffee à la Norfried (anstelle von Milch wird der Kaffee mit Amarula "verdünnt"). Superlecker! Wir klönen und genießen die Sonne und bevor wir die Kisten mit meinen Sachen ins Auto laden, kommt Renate und lädt mich zum Abendessen ein. Dann bringt Norfried mich zurück zu Ammarentias Haus.

Ammarentia trifft erst um 20.30 h ein und geht gleich ins Bett.

 

 


Somerset West, 10.3.2016

Schon um 7.00 h war Ammerentia wieder unterwegs. Gegen 9.00 bin ich aufgestanden und habe mir einen Kaffee und ein Müsli gemacht. Danach die Haare gefärbt - nicht so toll geworden, aber naja...

Die Nachbarin von gegenüber hat mich zum Kaffee eingeladen. Eine alte Dame, die wohl etwas Gesellschaft braucht und ein bisschen reden wollte und scheinbar auch schon etwas durch den Wind ist. Darf man in dem Alter.

Ich bin es ja jetzt schon manchmal.

Sie hat mir ihr Haus gezeigt und ist mit mir zum Lourensford River - direkt neben einer Olivenfarm - sehr schön gelegen. Allerdings gibt es durch das neue Estate (gerade mit 5 großen Häusern im Bau)  dann wohl keinen Zugang mehr zum Fluss. Der Bauboom! Überall wird alles zugepflastert.

Für 15.00 h habe ich mich mit Noleen von Chase Everitt verabredet. Zwar ist das Haus aus dem Internet, das ich mir ansehen wollte schon weg, aber sie zeigt mir ein anderes Haus direkt an der Helderberg School. 3 Zimmer, 2 Bäder und 2 Pools, wovon der Eine allerdings zugeschüttet wurde wegen water restrictions.  Zudem gibt es ein 1-Zi. App. Mit Kitchenette und sep. Dusche/WC. Anstelle des zugeschütteten Pools könnte man auf der Fläche zwei extra Appartements bauen, mit Verbindungstür, sowie die Garage zu einem Appartement umbauen und darauf nochmals zwei Appartements. Diese hätten dann sogar Berg- und Meerblick! Das Haus ist wirklich ganz schön und liegt genau gegenüber der Helderberg School bzw. dem Sportfeld.

 

Noleen sagt, man könne es als Air BnB vermieten bzw. als Wohnung oder Selfcatering App. Das wäre kein Problem, aber Guesthouse ist nicht mein Ding. Ich will keine Gäste den ganzen Tag um mich herum, um die ich mich dann kümmern muss und die durch meine Privaträume laufen. Ok., manchmal ist es vielleicht ganz angenehm jemand zu haben, mit dem man klönen kann. Aber dann wenn ich Gäste will und nicht dauerhaft.

 

Außerdem benötigt man für ein Guesthouse die Genehmigung der Anwohner. Der Verkäufer hat das Haus selbst erst im Oktober erworben, da er eine Wein Farm hat und hier nur am Wochenende bleiben wollte. Hat sich aber als nicht praktikabel herausgestellt, deshalb will er wieder verkaufen. Falls es stimmt, was mir die Maklerin erzählt hat...

 

 

Im seperaten Flat gibt es einen kleinen Wasserschaden, der vorab zu klären ist. Also Achtung!!! Wasserprobleme hatte ich bisher genug und die Nase voll von dieser Art Problemen.

Louise, mit der ich anschließend zum Wein trinken verabredet bin, erzählt mir, dass viele Leute aufgrund der politischen Situation von Jo‘burg nach CPT kommen und gar nicht so viel Häuser auf dem Markt sind, wie derzeit nachgefragt werden. Der Preis von 3,2 Mio. ist daher sicherlich nicht zu hoch, obwohl das Haus etwa 30 J. alt ist und zumindest die Bäder eine Renovierung benötigen.

 

Die kleinen Wohnungen werden je nach Lage und Ausstattung zwischen 5. - 7.000 R vermietet. Die Preise für Feriengäste / Schwalben liegen bei ca. 70,- - 100,- Euro pro Tag und für ein ganzes Haus bei etwa 25.-30.000R. Man muss es kalkulieren, 5 Monate an Feriengäste oder 12 Monate an Dauermieter.

Louise hätte Interesse, ggf. dann das Haus zu mieten, denn sie muss aus ihrem Haus ausziehen, da die Eigentümer aus USA zurückkommen. Sie zahlt derzeit 12.000R. Preise für Mieter liegen derzeit bei 15.-18.000R lt. Noleen. Aber bei Louise wüsste ich, dass es ordentlich ist und auch so bleibt.

Ist es nicht verrückt? Sobald ich in Südafrika bin, möchte ich am liebsten ein Haus kaufen und hier bleiben.

 

Es ist einfach ein anderer Lifestyle als Daheim und ich fühle mich hier einfach wohl. Ok, man muss sich natürlich dieses Leben auch leisten können. Mal sehen, was der Anwalt sagt - aber die Chancen für das Haus stehen gut.

Aber dieses Mal: Rechnen, prüfen, cool bleiben! Gefühl ausschalten und Gehirn einschalten ;)

 

Mit Louise verbringe ich einen netten Abend im ¨Bossa¨, ehemals ein Italieniesches und danach ein Fischrestaurant.

Vom ersten Glas Wein bekomme ich gleich einen Schwips. Dann gibt es Sushi und Nachos.

Danach klappt es auch mit einem zweiten Glas Wein.

 

Wir verabreden uns für das nächste Wochenende. Entweder  werden wir nach Hermanus oder nach Paternoster fahren. Mal sehen. Louise ist gerne unterwegs und Single. Alleine unterwegs zu sein, macht mir nicht so viel Spaß!

  

Kosten: Sushi und Wein 200,-R


Cape Town, 11.3.2016  Sonne, ca. 24 C°

21.30 Uhr und ich sitze mitten im Partygetümmel auf der Long Street in Kapstadt im Carnival Backpacker auf der Terrasse. In der Hand ein Hunters. Wie vor 30 Jahren alleine in Amerika. Mir geht’s richtig gut in dem Trubel, kann sich wahrscheinlich keiner vorstellen. Am allerwenigsten vermutlich mein Sohn oder mein Mann.

Morgen soll in Cape Town Straßenkarneval sein. Daher habe ich die Chance genutzt und bin mit Margit nach Kapstadt gefahren, die hier eine Freundin besucht. Ich hätte mir natürlich auch ein Auto mieten können, aber es hat sich sicherlich einiges verändert und ich möchte mir das alles erst einmal ansehen, bevor ich mich selbst ins Auto setze und im Großstadtgetümmel unterwegs bin. Außerdem will ich ja fotografieren, was bekanntlich während der Fahrt etwas schwierig sein dürfte.

Daher will ich die roten Hop on - Hop off Doppeldeckerbusse ausprobieren und eine typische Touristentour machen. Ursprünglich wollte ich nur nach Camps Bay und Hout Bay, aber nachdem ich mir den Fahrplan etwas genauer angesehen habe, werde ich wohl die ganze Tour abfahren. Zumindest bis der Karneval beginnt.

Für die Rückfahrt nach Somerset West wollte ich ein Taxi nehmen oder schon den Mietwagen buchen. Aber witziger weise sind Sabine und Walter bei Bekannten in den Ferien und die fahren ebenfalls nach Kapstadt und nehmen mich auf dem Rückweg mit zurück. Somit ist auch die Rückfahrt geklärt.

 

Nachdem ich mein Backpacker bezogen habe - und es ist wirklich so, wie man sich das vorstellt: ziemlich runtergekommen, chaotisch, uralt, aber jede Menge lässige Leute aus der ganzen Welt. Kapstadt ist eben ein Schmelztiegel. Bunt durcheinander gemixt.

Ich habe das Backpacker über booking.com gebucht und mich dafür entschieden, da es auf der Long Street liegt. Auf der berühmtesten Straße mitten im Geschehen. Ein Einzelzimmer - ohne Dusche/WC - für 350 R.

Ein weiteres Backpacker wollte 850,-R haben, in den Hotels lagen die Preise bis 6000,-R und höher in einem 4* Hotel. Aber ich wollte Action und ggf. Leute, mit denen ich auch mal quatschen kann.

So sitze ich jetzt also mit meinem Hunters (Cider) auf dem Balkon und genieße den Trubel um mich herum und die Musik, die von den Pubs auf die Straßen schallt. Aber als ich die Long Street alleine runter Richtung Waterfront laufen wollte und Fotos gemacht habe, war mich nicht ganz wohl in meiner Haut, obwohl überall Polizei oder Security auf den Straßen ist. Ich weiß nicht, ob das jetzt im Dunkeln eine gute Idee ist.

 

Deshalb nehme ich mir lieber ein Taxi und fahre zur Waterfront. Dort ist alles hell erleuchtet und voller Touristen, das ist bestimmt sicherer!

Zunächst empfängt mich die Area um die Waterfront mit jeder Menge Trubel, bunten Lichtern und massenhaft Touristen, die in den vielen Lokalen einen Tisch ergattern wollen. Ich genieße die Atmosphäre, dann ein kurzer Bummel durch die Mall (jetzt gibt es sogar schon H&M und Zara) bevor ich mir bei Simply Asia Nudel to go hole und mit Blick auf den Hafen an einem der Tische auf der Promenade niederlasse. Die Möwen leisten mir Gesellschaft, in der Hoffnung, dass für sie etwas abfällt.

 

Noch ein kleiner Bummel durch die Geschäfte, ein paar Fotos schießen und an die Zuhause verbliebenen verschicken (kommt da ein wenig Schadenfreude auf???) Dann geht es mit dem Taxi wieder zurück zum Backpacker und ich mache es mir hier draußen gemütlich und lasse die Musik auf mich einprasseln und schaue dem Treiben auf der Long Street zu.

Cape Town, 12.3.2016 Sonne, 24 C°

Die Party war bis heute Morgen in vollem Gange. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft, irgendwann kurz einzuschlafen. Gegen 4.00 h bin ich wieder aufgewacht, da ein Höllenlärm auf den Straßen war. Lautes Hupen und Geschrei. Als ich aus dem Fenster sehe, traue ich meinen Augen nicht. STAU! Mitten in der Nacht auf der Long Street.

Fast nur Taxis, die versuchen, sich mit ihrem Hupkonzert gegenseitig zu übertrumpfen. Dazu Hunderte Party-People vor den Clubs, die lauthals feiern. Schade, dass ich dieses Erlebnis auf Fotos und Video nicht wirklich festhalten konnte. Das war schon eine ganz besondere Atmosphäre. Wirklich absoluter Wahnsinn. Also kurz gesagt, die Nacht war kurz! Trotzdem hat es mir gefallen, mittendrin zu sein.

Hat da jemand Nostalgiefeeling???

 

Jetzt sitze ich mit einer Tasse - complimentary - Coffee wieder auf der Terrasse. Das Partyvolk hat denen Platz gemacht, die jetzt draußen sitzen und frühstücken wollen. In den Pubs fegen die Putzkräfte die Reste der Nacht auf die Straße und richten die Tische und Bänke für die neuen Touristen.  Ich fand’s cool - aber eine Nacht ist genug. Deshalb ziehe ich um in eine Lodge in Green Point. Ein bisschen Schlaf braucht man ja in meinem Alter!

Das Hotel liegt also genau dort, wo nachher die Parade losgeht. Bin gespannt, ob es so ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Ein wenig Rio in Kapstadt?

Aber zunächst erst einmal im Hotel einchecken, bevor das Hotel weg ist. Denn Buchung über Internet war nicht möglich, da meine Kreditkarte im Safe liegt...

Anschließend mit dem Taxi zum Ticket-Shop mein Busticket für die 2 Tage Sightseeing kaufen. Es geht los! Ohrstöpsel rein und die gewünschte Sprache wählen. Heute vielleicht mal Japanisch?

Eine Station fahren, dann aussteigen an St. Johns Cathedral, der Kirche, in der seinerzeit Erzbischof Desmond Tutu gegen die Apartheitspolitik gepredigt hat.

Weiter zum Green Market Square, bekannt für seine Straßenhändler, die versuchen, Souvenirs und Kurioses an den Mann zu bringen. Die wenigsten der Händler sind Südafrikaner, sondern kommen aus Zimbabwe, Mali, Mozambique etc. Genauso wie die Waren, die sie anbieten. Sieht man ihnen auch an. Aber welcher Tourist kennt schon den Unterschied? Black is Black ;)

Aber es ist schön und bunt, egal woher die Waren kommen. Und Spaß macht es auch über den Markt zu schlendern. Nur nicht zu lange stehen bleiben, sonst wittern die Händler ihr Geschäft des Tages. Entkommen ist dann fast nicht möglich.

Ich gönne mir ein Frühstück mit Blick auf das Marktgeschehen, ummalt von Straßenmusik. Ein Indio spielt Trompete....

 

Zurück in den Bus - heißt ja auch hopp on und wieder off - bin ja schließlich nicht zum Vergnügen hier ;))

Geplant hatte ich zuerst die Gelbe City-Tour und einen Gang durch Company's Gardens. Seinerzeit angelegt, um die Schiffe mit frischem Obst und Gemüse zu versorgen und heute ein grüner Fleck mitten in der City, umrahmt von einigen der besten Museen der Stadt: South African Museum, South African National Gallery, Cape Holocaust Center und Bertram House. Einige Straßen weiter das wohl eindrucksvollste Museum ist das Distrikt Six Museum. Hier wird an das historische Viertel erinnert, wo Menschen aller Hautfarben nebeneinander lebten, bis das Apartheitsregime 1966 alles platt walzte und die Menschen umgesiedelt wurden.

Wer weder Zeit noch Lust auf einen Besuch im Museum hat, kann in der ca. 6 ha großen Parkanlage spazieren gehen oder einfach für eine Weile die Ruhe des Parks genießen. Der Park zählt immerhin zu einem der schönsten Parkanlagen Südafrikas.


Aber da bereits heute Mittag der Karneval beginnen soll, entscheide ich mich, sofort mit der Roten Tour zu starten und gleich nach Camps Bay zu fahren. Dort wo die Reichen und Schönen sind. Dort gehöre ich doch hin, oder???

OK, ich kann nicht mithalten. Zumindest nicht mit den Reichen.

 

Direkt an der Promenade parken 7 Rolls Royce Cabrios hintereinander. Neu und in extravaganten Farben. Knallblau mit weißem Leder, schwarz mit leuchtend orangem Leder. Wie wär es mit mintfarbenem Leder oder lieber in schlichtem türkismetallic lackiert?

Sowas habe ich noch nicht gesehen!!!

Interessant, aber auch irgendwie dekadent. Ebenso wie der Hotelpool, nur von einer Glasscheibe von der Main Road getrennt, wo die VIPs im Pool sitzen und Champagner schlürfen. Gegenüber die Schwarzen, die auf der Wiese sitzen und versuchen, den Touristen was aufzuschwatzen, um etwas Geld zu verdienen.

Später steige ich am Aquarium um auf die Blaue Route über Kirstenbosch (Botanical Garden) nach Hout Bay und wieder zurück in die Stadt. Vorbei an Constantia, mit Blick auf Villen, in denen zB. die ehemalige Eiserne Lady "Maggy Thatcher " oder Lady Di's Bruder lange Zeit gewohnt haben. Auch noch zu sehen ein Teil der Dornenhecke, die einst von Jan van Riebeeck gepflanzt wurde, um die Khoi Khoi fern zu halten.

Viel berühmter allerdings ist Constantia für seine Spitzenweine. Ebenfalls durch van Riebeeck an den Hängen des Tafelberges aus Rebenstecklingen aus Frankreich angebaut.

Am Wegrand alte Korkeichen, die früher Lieferant für die Korken der Weingüter waren. Ein Besuch der Weingüter Groot Constantia, Klein Constantia, Buitenverwachting ist ein Muss! Nicht nur eine Wein- probe sollte man mitgemacht haben, sondern auch die mächtigen, alten Kap Holländischen Hauser mit ihren Giebeln und die Einrichtung sind sehenswert.

 

Für die Wein-Tour einmal umsteigen auf die Lila Route. Hier gibt es Informationen über die Weine, zB. den Pinotage, den es nur in Südafrika gibt, einen fruchtig frischen Geschmack hat und der hervorragend zu Sushi oder deftigen Speisen schmeckt. Wer den Wein nicht nur probiert, sondern etwas tiefer ins Glas schaut, bleibt dann eben eine Nacht im ältesten Weingut am Kap, Steenberg, das heute ein Luxushotel ist.

 

Den Teil mit den Weingütern verschiebe ich und fahre weiter nach Hout Bay, wo ich am Hafen bei der Fütterung eines Seelöwen zuschaue, der mittlerweile Hiltons (mein Hund) Umfang hat, vom ständigen Füttern - schließlich ist er eine Einnahmequelle und die Touristen fotografieren ihn. Ich zahle brav meinen Obolus und streichle ihn kurz, wobei mich die beiden Männer nötigen wollen, noch etwas mehr Geld springen zu lassen.

Ich bin überzeugt, dass ein paar, nennen wir sie freundlich "unbedarfte Touristen" sicherlich ihr Portemonnaie zücken.

 

Wer vorher einen "hopp off" machen möchte, landet in der World of Birds. Neben allerlei Gefiedertem sind hier auch Totenkopfäffchen (wie sehen die gleich nochmal aus?) und Herrn Erdmanns Freunde die kleinen Erdmännchen anzutreffen.

 

Jetzt muss ich mich aber eilen, damit ich den Karneval nicht verpasse. Die halbe Stadt ist gesperrt. Mein Taxifahrer lässt mich daher auf halber Strecke raus und ich suche zu Fuß meine Lodge. Das Guesthouse ist wohl eher ein Backpackers. Hab ich wohl nicht richtig gelesen, was im Kleingedruckten stand... Egal!

Es liegt zumindest fast an der Main Road und wenn die Bäume nicht im Weg wären, könnte ich vom Fenster aus den Karnevalszug betrachten. Damit ich gut sehen kann, bin ich zunächst hinter der Absperrung auf einen Hydranten geklettert. Da habe ich zwar gut gesessen, aber nur den Blick auf die Menschenmassen gehabt und nur die großen Wagen gesehen. Das bunte Fußvolk und die Musikgruppen von hier nicht zu sehen. Also runter und ins Getümmel stürzen. Sonst wird das mit Fotos heute nix.

22.00 h. Müde und hungrig. Alle Restaurants an der Straße komplettt überfüllt. Keine Chance auf etwas Essbares.
Ich bekomme aber im Backpacker noch 1 Savanna. Essen wird sowieso vollkommen überbewertet!

Cape Town, 13.3.2016 Immer noch sonnig, 24 C°

So, ein Kaffee auf dem Deck vom Backpackers und in der Sonne sitzen. Frühstück fällt aus, gibt es nicht.

Hab ich gestern schon erwähnt, dass dies unnötiger Luxus ist?

 

Aber kurz zurück zu gestern Abend und dem Street Karneval. Absperrungen wie zu einem Super Bowl und mindestens genauso viel Leute, die sich das Spektakel ansehen wollen. Das Ganze eine Mischung aus Karneval in Rio - verlegt in die Townships von Kapstadt. Dh. Mit selbstgebastelten Motivwagen und vielen Straßen-gruppen. Aber wirklich schön. Um 22.00 h war alles vorbei. Ich musste nur noch die Straße hochlaufen und dann nur noch ab ins Bett.

Da der Reißverschluss meiner Tasche defekt war, musste ich besonders aufpassen. Und das bei einer Sicherheitstasche ...

Mitten in der Nacht ist mir eingefallen, dass vielleicht gar nicht der Reißverschluss kaputt gegangen ist, sondern man versucht hat, meine Tasche "aufzumachen".Dann bin ich nochmals hochgeschreckt und habe mitten in der Nacht meine Sachen geprüft, ob ich noch alles habe. Ja, scheint alles da zu sein! Glück gehabt.

Wenn ich nicht mal gemerkt habe, dass sich jemand an meinen Sachen zu schaffen macht, obwohl ich die Tasche fest unter dem Arm hatte, beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Dank TCHIBO Angebot, hatte ich mir für den Italientrip (!) eine Handtasche mit Spezialgewebe besorgt, die nicht aufgeschnitten werden kann. Das haben die Diebe auch nicht geschafft. Bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, der Reißverschluss wurde am Gurt rausgeschnitten.

Ich habe Gott sei Dank noch alle Habseligkeiten. Bis auf ¨Kleingeld¨ deponiere ich generell bei Ankunft vorsichthalben alles im Safe! Wäre auch blöd, ohne Ticket, Pass und Kreditkarte da zu stehen!

 

Jetzt gibt es zum Frühstück zunächst einmal ein Haselnuss-Kaffee (schmeckt echt super!) und dazu mit den Jungs von Lufthansa klönen. Sind mit Standby-Ticket unterwegs und haben seit 2 Tagen ausgebuchte Flieger und kommen nicht mehr weg.

Danach muss ich überlegen, wie ich das am besten mache, damit meine kaputte Tasche nicht gleich jedem Dieb ins Auge fällt und ich trotzdem noch unterwegs sein kann. Dann habe ich eine Idee.

Ich leihe mir eine Pick ‘n Pay Einkaufstasche und meine Handtasche kommt da rein, Jacke drauf und gut. Aber meine schwere Reise-tasche habe ich ja auch noch. Laufen entfällt, sicherer ist ein Taxi direkt zur Waterfront.

 

Mein Plan für Heute - Waterfront und Boot fahren. Ist übrigens im Busticket enthalten.Um 15.00 h holen mich dann Walter und Sabine am Clocktower ab. Im Aquarium-Café gibt es ein Brownie zum Frühstück. Mein Hüftgold wird es mir danken.

Endlich sitze ich im Ausflugsboot und warte auf die Abfahrt zur Hafenrundfahrt. Randnotiz: Überall um mich herum wird deutsch gesprochen. Und noch eins: Früher haben sich die Weißen "Schwarze gehalten" für die Hausarbeit. Heute halten sich die Schwarzen weiße Au-pairs für ihre Kinder... So ändern sich die Zeiten. Oder Volounteers werden engagiert, die für ihre Arbeit dann auch noch kräftig zur Kasse gebeten werden.

 

Die Fahrt mit dem Sightseeing-Boot ist nicht schlechter oder anders als die überall am Hafen angebotenen teuren Cruises. Ganz nett als Zeitvertreib für 45 Minuten und gut für schöne Fotos mit Blick auf die Waterfront vom Wasser aus. Extra Bonus: Seals (Seelöwen), die es sich zum Sonnen in den großen Reifen am Hafenbecken gemütlich gemacht haben.

 

Mittagessen: Fresh fruits von Pick ‘n Pay auf einer Bank in der Sonne mit Blick auf den Tafelberg. Den obligatorischen Espresso nach dem Mittagessen gibt es dann vor der Alfred Mall - und mit etwas Glück untermalt von Straßenmusik. Nichtstun macht müde - ich könnte direkt ein Mittagsschläfchen machen! Das mit der Musik zu meinem Kaffee hat geklappt und Walter und Sabine sind mir direkt in die Arme gelaufen. Rücktransport nach Somerset also geregelt.

Allerdings sitze ich anschließend in Ammarentias Garten, ohne Schlüssel, dafür versorgt mit Orangensaft von der Nachbarin. Ammarentias Cell ist aus. Typisch Südafrikaner. Aber irgendwann erreiche ich sie und dann kann ich endlich wieder in einem richtigen Bett schlafen. Zuvor mache ich mir noch schnell einen French Toast und tippe meine Reiseeindrücke ins elektronische Diary - bevor es dann auf die CampersBay Seite hochgeladen wird und mit Fotos bestückt wird. Jetzt ist es gleich 23.30 h - Zeit Schlaf nachzuholen. Gute Nacht!

 

Kosten: Taxi 50,-R, Muffin 20,-, Café mit Walter und Sabine 79,-R


Somerset West, 14.3.2016 Sonnig, 24°

 

Falls es noch niemand aufgefallen ist, bei mir ist jeden Tag 24C°. Das ist die gefühlte Temperatur und so lange es sich nicht ändert, bleibt es eben 24C ;))

Die Sonne meint es gut mit mir. Es hat noch keinen Tag geregnet und uneigennütziger Weise hoffe ich, dass es so bleibt.

 

Heute ist nicht viel passiert. Vormittags war ich damit beschäftigt für heute und morgen ein Leihwagen zu organisieren und zur Autovermietung zu kommen. Nachdem ich das Auto übernommen habe, fahre ich erst einmal nur um die Block ¨zum Eingewöhnen¨ und zu Builders Warehouse ins Garten Café - zum Frühstücken-.

Danach kurzer Gang durch die Abteilungen um zu sehen, was es Neues gibt oder nicht gibt - nur für den Fall, dass ich mich für den Hauskauf entscheide...

 

Der nächste Stopp dann Mr Price Home - eine südafrikanische Kopie von Ikea. So, langsam habe ich mich wieder an den Linksverkehr und das Schalten mit der linken Hand gewöhnt. Auf nach Gordens Bay zum Strand.

Neue Beschilderung, der ich brav folge und prompt in einem beginnenden Township lande - zumindest wird es bald eins sein. Ich fühle mich unwohl und bin froh, dass ich kurz darauf wieder auf der Beachroad Richtung Strand lande.

 

Kurzer Spaziergang und Füße mal ins Wasser halten, dann einen Espresso auf der Terrasse vom Italiener trinken. Vorher aber noch ein Besuch im Secondhand Buchladen, wo ich sogleich einen Reiseführer mit Hinweisen zu Campingplätzen erstehe, außerdem ein Buch von Jutta Speidel und ihrem Lebensgefährten Bruno Maccalini ¨Zwei Esel auf Sardinien¨. So vertrödle ich den Nachmittag und bin gegen 19.00 h zurück, rechtzeitig um Moni und Friedbert ¨Tschüss¨ zu sagen.

 

 

 

Kosten:

Auto für 2 Tage 408,-R, Espresso 68,-R , Bücher Einkauf

 

 

 

 

Somerset West, 15.3.2016 Wie immer sonnig, 24C ;)

 

Eines meiner Lieblingscafés ist das Chelsea House. Eine Mischung aus hochwertigen Vintage Läden, Galerie und Deko-Geschäften und einem wunderschön in den Garten gebauten Gartencafé, zu dem ein hypermodernes Café hinzugekommen ist. Hier treffen sich die Ladies zum Lunch oder nach dem Shopping.

 

Ich treffe hier Erna, von der wir das Haus damals gekauft und die es auch wieder verkauft hat. Während meiner Abwesenheit hat sie sich um die Schlüsselübergabe an die Urlaubsgäste gekümmert, da sie gleich in der Nachbarschaft gewohnt hat.

Wie Louise mir erzählte, wird es immer schwieriger für weiße Südafrikaner. Nicht nur wegen der Jobs, die fast ausschließlich an Schwarze gehen. Auch wenn man in der Schlange steht, kommt es vor, dass man nicht bedient wird oder erst zuletzt. Rassismus umgekehrt.

Sie sagt, dass man die Verachtung sehr stark zu spüren bekommt. Überall wo die Menschen mit und vom Tourismus leben, ist davon wenig zu spüren. Auch in Kapstadt wird dies niemand bemerken. Dort sind selbst die meisten Schwarzen selbst Ausländer, kommen aus Zimbabwe, Mali, Nigeria etc. Hier ist wirklich ein Multi-Kulti Völkergemisch, die sich miteinander vertragen. Desmond Tutu nannte die südafrikanische Vielfalt seinerzeit Rainbow Nation.

 

Auf dem Weg gestern nach Gordons Bay hatte ich das Gefühl, dass sich immer mehr Townships bilden und es irgendwie chaotischer wird und aus dem Ruder läuft. So, als ob Südafrika rückwärts geht.

Alle hoffen, dass Zuma 2019 nicht wieder gewählt wird. Wenn der Rand immer weniger wert wird, wird die Armut zunehmen und die Preise steigen. Auf der anderen Seite werden immer mehr Estates entstehen, Dank günstigem Wechselkurs für Ausländer. Eine Spirale, die nicht gut ist. (Hier vor Ort sehe ich zum ersten Mal welche Auswirkungen die falsche Politik haben!) ... aber die Realität wird uns auch bald in Deutschland bzw. Europa einholen!

Stellt sich die Frage, wo sollte man zukünftig seine Nase in die Luft halten?

 

 Mit Erna war ich um 12.00h verabredet. Um 11.30h bekomme ich eine sms, dass sie bereits da ist. Also schnell in die Hose hüpfen und los geht’s. Mein Leihwagen ist vor der Garage von Amarentia geparkt. Da die Straße sehr eng ist, bleibt nur die Möglichkeit auf der Einfahrt zum Nachbar zu wenden, um vorwärts rausfahren zu können.

 

Also nach guter alter Fahrschulmanier den Rückwärtsgang rein, Schulterblick und einschlagen - und schon kracht es. Aber heftig. Eine Laterne stand im Weg und mein Kotflügel vorne rechts hat sich fast um die Laterne gewickelt. Ich konnte nicht mehr vor und rückwärts.

Der Nachbar kam dann raus und wir haben gemeinsam dann das Auto wieder vom Laternenmast befreit. Da die Schürze / front des kleinen Chevi scheinbar lediglich aus Plastik besteht, konnte ich sogar das "Blech" rausziehen und das Auto war wenigstens fahrbereit.

Die Werkstatt meint, sie kann nichts machen, das Auto braucht eine neue Front/Schürze und diese würde vermutlich mehr als die 6000,-R Excess kosten, die ich jetzt beim Autoverleih zahlen darf. Jetzt fahre ich seit mehr als 30 Jahren unfallfrei und genau an den beiden Tagen, wo ich ein Auto ohne Zusatz-versicherung habe, muss das passieren. Ist doch wie verhext.

Aufregen bringt nichts, mir ist nichts passiert und ändern kann ich es nicht mehr. Wie sagte schon Iacocca "Wenn man einen Fehler macht, muss man sehen, dass man ihn nicht ein zweites Mal macht." Also nie wieder ohne Zusatzversicherung!

 

Den Nachmittag verbringe ich lesend im Garten. Da kann ich wenigstens nichts kaputt machen...

Gegen Abend besuche ich Louise und mit ihr will ich am Donnerstag noch ein Haus ansehen. Morgen treffe ich nachmittags eine Anwältin, die sich mit Hauskauf und Geldtransfer und Steuerangelegenheiten auskennt.

Nicht dass ich mir Ärger einhandele. Tja und morgen früh muss ich die Sache mit dem Auto klären. Hoffe, es geht glatt. Jetzt widme ich mich den "Zwei Esel auf Sardinien" bevor ich schlafen gehe. Gute Nacht!


Somerset West, 16.3.2016 24C° supersonnig!

 

Mein kleiner Crash hat mir nicht nur den Besuch heute Morgen beim Autoverleiher, sondern auch noch einen Besuch bei der örtlichen Polizei beschert. Ohne Case number zahlt die Versicherung nicht den Schaden.

Es ging für südafrikanische Verhältnisse erstaunlich schnell, den Schaden aufzunehmen. Aber als ich dann gerne eine Kopie vom Bericht haben wollte, wurde ich durch das Hinterzimmer, vorbei an der Gefängniszelle (in die ich schnell mal einen Blick geworfen habe) zum Office geführt.

Hier musste ich einen 3 seitigen Antrag stellen, dass ich eine Kopie meiner Schadensmeldung haben möchte. Inclusive Kopie meines Passports !!! (Den ich im Übrigen für die Schadensmeldung lediglich vorzeigen musste)

Im Büro türmen sich Papierberge. Keine Ordner, nein stapelweise überall Papier, zwischen irgendwelchen Schränken, Regalen, Blumen und sonstigem Kleinkram.

Wie um Himmels Willen will hier jemand überhaupt eine Seite finden????? Wahrscheinlich gar nicht - scheint mir jedenfalls kaum möglich. Egal, ich hab die Bestätigungsnummer und hoffe, es klappt alles mit der Versicherung.

Danach geht’s zu Armin, mein ¨neues Auto¨ abholen. 250 R/day mit 1500R Selbstbeteiligung. Naja, ich kann in Rand zahlen. Dafür hat uns Margit bei ihm zum Frühstück ins Gästehaus eingeladen.

Platz genommen habe ich an meinem alten Terrassentisch-Ensemble, das er mir vor 2 Jahren abgekauft hat. Vielleicht könnte ich es jetzt wieder gebrauchen? ;) Mal sehen.

Nach dem Frühstück bin ich mit Kobie verabredet, die meine Steuerangelegenheiten klären soll. Sie schaut in meinen Pass, ruft nochmal zur Sicherheit im Office an und erklärt mir, dass ich ja gar keine Ausländerin¨ sei, denn ich verfüge ja über einen südafrikanischen Pass und mehr als 5 Jahre Permanent Residence. Dh. Ich bin Südafrikaner!!!!!

Irgendwie freut mich das, obwohl ich vor 5 Jahren mich auch schon über den Pass gefreut habe, dachte aber, dass der nur begrenzt gültig ist. NEIN!

Sie fand es allerdings weniger gut, da ich somit mein Geld, das von Deutschland nach Südafrika für den Hauskauf seinerzeit eingeführt wurde, nun nicht mehr problemlos ausführen kann. Immer nur einen bestimmten Betrag. Für den Hauskauf ist dies unerheblich, für Geldanlagen auch, betrifft lediglich die Rückführung des Geldes nach Deutschland.

Zu klären ist allerdings, wann meine beiden Männer das letzte Mal in Südafrika waren, da ggf. bei längerer Abwesenheit das Permit verfällt. Ich muss das morgen mal bei Home Affairs nachfragen.

Notfalls müssen meine Männer mal kurz einfliegen¨. Aber vielleicht ist es auch nicht schlecht, wenn einer weiterhin Deutscher ohne Permit ist - s.o., dann kann Geld ja zurückgeführt werden. Bei dem derzeitigen Wechselkurs allerdings Schwachsinn. Tja, jetzt ist zu überlegen, ob wir zurückgehen nach Südafrika, oder wie die Schwalben nur ein halbes Jahr hier bleiben oder nichts von alledem. Mal sehen, was meine Männer zu der Angelegenheit sagen.

 

Somerset West, 17.3.2016 24C° supersonnig

 

Um 11.000h hatte ich einen Termin bei der Bank, um zu klären, wie das mit Tax etc. funktioniert.

Ich habe zwar gestern schon mit Kobie gesprochen, aber die hat schließlich auch ein Eigeninteresse, dass ich mit ihr zusammenarbeite, denn nur dann verdient sie was. Daher sind mehrere Meinungen wichtig. Und ich bin wieder ein bisschen schlauer geworden.

Aber einen Termin mit SARS (South African Revenue Service) muss ich trotzdem machen.

 

Außerdem habe ich bei der Einreise einen Stempel mit Touristenvisa bekommen und man verliert sein Permanent Residence, wenn man länger als 3 Jahre nicht im Land war. Dh. lt. meinem alten Pass mit PR bin ich das letzte Mal 2013 eingereist und die 3 Jahre sind um... Also muss ich das morgen in Paarl klären.

 

Dann kann ich auch gleich zu SARS, das geht einfacher als nach Kapstadt zu fahren. Falls ich nicht weiter komme, muss ich eben nächste Woche in die Mother City.

Quizfrage: Warum nennt man Kapstadt "Mother City"? Antwort eine Einheimischen: "Weil alles hier so lange dauert, wie eine Frau braucht, um ein Kind zu bekommen... ;))

 

Anschließend habe ich mir noch ein Haus angesehen und im Chelsea House bei Kaffee und Kuchen auf den 2. Termin gewartet. Der wurde dann auf 18.00h verschoben und der Agent meinte, dass ein Kollege mich am Haus erwartet. Ich soll direkt dorthin fahren. Da war ich ein bisschen sauer. Kurzfristige Änderungen macht man nicht per SMS!

Daher habe ich den Termin abgesagt. Wenn sie keine Lust hat bis 18.00h zu warten, dann mach ich das auch nicht. Wenn sie nichts verkaufen will, dann eben nicht.

 

Diese Rumfahrerei frisst ganz schön viel Zeit. Kaum zurück bei Ammarentia ruft Louise an, ob wir uns im Lions Head Center zum Pasta essen treffen. Also wieder zurück. Ammarentia kommt auch dorthin.

Vorher noch ein Telefonat mit meinem Liebsten, wegen dem Haus und dem Permit. Evtl. kommt er vom 4.4.-10.4.2016 nach SA. Mal sehen, was Home Affairs morgen sagt.

 

Hilton ging es nicht gut - Probleme mit der Verdauung, vermutlich Futterwechsel und er musste zum Tierarzt. Hoffentlich geht alles gut. Hilton ist immerhin schon 14 Jahre.

 

21.00 Uhr und ich liege schon im Bett. Bisher fast jeden Abend. Daheim passiert mir das nicht....

 

Im Lichtschein der Nachttischlampe fallen mir gerade kleine, weiße Flecken auf der Haut auf. Ich sollte mich vielleicht doch etwas mehr mit Sonnenschutzmittel eincremen. Die Sonne hier ist tückisch!

Also, Zuhause Hauttest machen lassen. Man weiß ja nie.

 

 


Paarl, 18.3.2016

 

Heute beginnen die südafrikanischen Osterferien. Dh. halb Südafrika ist unterwegs. Wer keine Ferien hat, fährt ins verlängerte Wochenende, denn Montag ist Feiertag. Dh. Möglichst früh Richtung Paarl fahren und möglichst schnell zurück, bevor der Stau Richtung Küste beginnt. 

Hermanus, 19.3.2016

 

Nachdem Louise überlegt hat, ob sie dieses Wochenende nun mit fahren will oder nicht, haben wir uns darauf geeinigt, dass wir am Samstagmorgen fahren und am Sonntagabend zurück sind. Im Prinzip 2 Nächte weniger, aber sie hat ja Recht, in Hermanus ist nicht wirklich viel zu sehen, wenn die Wale nicht da sind.

Zunächst haben wir den Weg über die N2 eingeschlagen, um über den Pass zu fahren. Aber ich wollte an der Küste entlang. Erstens ist es wesentlich schöner, zuzusagen Scenic Road, und zweitens habe ich gelesen, dass in Pringle Bay ein Cultural and Art Festival ist. Bestimmt schön. Also umdrehen.

Unser erster Stopp also Pringle Bay. Im Prinzip erwartet uns eine Mischung aus Flohmarkt, Wohltätigkeitsfest und Party, genau so wie ich es mir vorgestellt und erhofft habe. Typisch Südafrikanisch. Borewors, Drinks und Leute, die Selbst-gemachtes oder Gebasteltes verkaufen. Und vor allen Dingen, hier ist das alles ein Familiending.

Ich brauch erst einmal ein Kaffee und ein kleines Frühstück und eine Tablette gegen Kopfschmerzen. Im Supermarkt im "Tante Emma Stil" erstehe ich 5 kleine Tütchen Grand-Pa Kopfschmerzpulver. Schmeckt grässlich, wirkt aber erstaun-licherweise sogar gegen meine beginnende Trigeminus-schmerzen. Louise isst frischen Fisch, der superlecker sein soll. Aber für Fisch ist es mir entschieden zu früh.

 

Weiter geht’s dann Richtung Kleinmond, mit einem weiteren stopp in Bettys Bay. Dass es hier Pinguine gibt, war Louise nicht bekannt. Kann ich also einem alten Südafrikaner noch was zeigen;))

Bevor wir allerdings nach Hermanus kommen, gönnen wir uns einen Drink im Milkwood Café, direkt am Strand in Onrus, einem Stadtteil von Hermanus. Superschön gelegen und im typischen Beach Stil. Lange Theke mit Barhockern und Blick aufs Wasser. Service - wie immer- schlecht. Louise beschwert sich, hilft aber trotzdem nichts ...

Dann ab zum Guesthouse einchecken. Wir entscheiden uns für das günstigere Zimmer, ist ja nur für eine Nacht. Auf Frühstück verzichten wir ebenfalls, das nehmen wir irgendwo an einem schönen Plätzchen ein.

 

So ein Plätzchen haben wir uns auch für den Sundowner ausgesucht. Direkt am Hafen, mit wunderbarem Ausblick. Logischerweise sitzen wir in der ersten Reihe, wie sich das gehört. Dazu bestellen wir uns einen Drink, genauer gesagt, zwei. Denn es ist Happy Hour und es gibt 2 Cocktails für einen.

 

Gott sei Dank ist Ocean Basket nebenan, damit auch der Hunger gestillt wird. Dazu natürlich ein Glas Wein, denn der Fisch will ja schwimmen! Wie immer bei Ocean Basket ist es superlecker - und der Service war auch bestens. Dafür gibt es auch ein extra Trinkgeld!

 

Anschließend geht es direkt ab ins Bett! Allerdings war an Schlaf wenig zu denken, da uns eine Horde Moskitos die Nacht auf Trab gehalten haben.

 

Kosten:

Ocean Basket 110,-R Milkwood Beach Bar 120,-R Guesthouse 275,-R

Hermanus, 20.3.2016   Rückfahrt

 

Zum Frühstück haben wir uns wieder die Promenade ausgesucht und den Blick auf das Wasser genossen.

Irgendwann haben wir den Heimweg angetreten und waren froh, dass wir auf der Hinfahrt entlang der Küste gefahren sind, denn hinter Kleinmond hat es angefangen zu regnen.

 

Vorher haben wir einen Abstecher in die Weinberge gemacht. Ausschilderung Rotary Road - Scenic Road, direkt hinter Hermanus Richtung Kleinmond geht es rechts den Berg hinauf.

Schöner allerdings war der nächste Abstecher - Hemel en Aarde, ebenfalls ausgeschildert. Hier reihen sich einige Weinfarmen aneinander und auf dem Weg dorthin begegnete uns eine Pavianbande.

Bei Einheimischen nicht beliebt, da sie allerhand Unfug anstellen und Schaden anrichten, aber für mich natürlich ein unerwartetes Ereignis und tolles Fotomotiv.

Kurzer stopp in Kleinmond, für mich um die tollen Wellen vor den Klippen zu fotografieren, für Louise, um Fisch zu essen. Am späten Nachmittag sind wir in Somerset angekommen, todmüde aber es war ein schönes, wenn auch kurzes Wochenende.

 

Kosten: Schere u. Kleber 40,-R Frühstück Hermanus 110,-R

Somerset West, 21.3.2016

Sport ist Mord!

Ammarentia hat sich einen Nerv geklemmt und ich wollte ihr helfen und habe u.a. mit ihr Streckübungen gemacht. Das hätte ich mal lieber bleiben lassen, denn plötzlich ein Stich, und dann war es aus und vorbei mit bewegen.

Wie ein Schluck Wasser in der Kurve habe ich mich versucht auf dem Stuhl zu halten und mich dann vor Schmerzen ins Bett verzogen.

Nachmittag noch kurz einkaufen, das war’s.

Für morgen hat mir Ammarentia eine Therapeutin gebucht. Hoffentlich wirkt es, denn wir wollen ja am 24.3.2015 auf Achse gehen.

 

Kosten Gordons Bay Pizza 103,-R

 

Somerset West, 22.3.2016

Die Behandlungsräume der Therapeutin sind für deutsche Verhältnisse gewöhnungsbedürftig, für südafrikanische ¨normal¨. Alles relativ schmuddelig und runtergekommen und an der Wand liefen Ameisenstraßen zur Decke.

Die Therapeutin meinte nur, dass sie das nicht stört...

Die Massagebank war selbstgezimmert und man hat sich aufrecht auf ein Brettchen gestellt und wurde dann sozusagen mit der kompletten Bank in die waagerechte Position gebracht. Ungewöhnlich.

Dann hat sie die Nerven und Muskeln stimuliert, sodass hoffentlich eine Heilung eintritt. Allerdings muss ich mindestens 2 weitere Sessions während unserer Fahrt machen. Für den Notfall habe ich noch Schmerztabletten besorgt.

 

Da Max mir ja mitgeteilt hat, dass er und Lisa doch nach Südafrika kommen wollen, beginnt die Organisation der Reise hier und der Campingtour von Neuem.

Flug buchen für Max & Lisa (zieht sich über 3 Stunden, weil wieder mal alles nicht funktioniert), alles entsprechend Zuhause abstimmen, Pass und Permit organisieren und unsere Reise umstellen. Glücklicherweise haben wir nirgendwo fest gebucht, sind also flexibel.

Mit Ammarentia fahre ich entgegen der ursprünglichen Planung nicht nach Durban und St. Lucia (ist sowieso viel zu weit, fast 3.500 km) sondern wir bleiben im Western Cape, fahren vielleicht bis Tsitsikamma.

Am 30.3. um 14.00 Uhr kommt der Flieger an und dann fahre ich mit den beiden Richtung Paternoster, da ich den Camper ja bis zum 1.4.2015 habe.

Noch Übernachtung für die beiden buchen, denn Margit hat mir mitgeteilt, dass beide erst ab 5.4. Für 4 Nächte kommen können. Aber Norfried hat Platz und ich hab die zwei dort eingebucht. Klappt schon irgendwie.

 

Kosten:

250,-R Massage Reinigungsmittel Camper 84,84R ZA-Autokennzeichen 49,-R Chatters Restaurant 95,-R

 


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