Sightseeing-Tour

CAPE TOWN

Tag 15

7.4.2016

Der vorletzte Tag vor Abreise der beiden Youngster. Da wir bisher noch nicht auf der Long Street waren, geht es heute nochmals nach Cape Town. Vielleicht finden wir ja hier ein T-Shirt für Lisas Vater, das kein obligatorisches Touri-Shirt mit Cape Town oder Big 5 Aufdruck ist.

 

Ich bin stolz auf mich, dass wir auf Anhieb die richtigen Straßen finden, aber mit einem Parkplatz in der Innenstadt sieht es nicht gerade rosig aus, deshalb fahre ich weiter und da wir zwischenzeitlich in der Wale Street gelandet sind und vor uns das Malaien Viertel liegt, muss ich natürlich dorthin, um es Lisa zu zeigen.

Hier machen wir dann jede Menge Fotos und Lisa fungiert als Model. Die Fotos werden echt super. Hintergrund und Model sind perfekt. Könnte fast für eine Werbeaufnahme herhalten. Nachdem dann fast jedes Haus und jede Pose in Szene gesetzt wurde, wollen wir endlich auf die Long Street. Eigentlich nur 2 Blocks entfernt und wir könnten laufen. Aber ich habe die Hoffnung, dass wir doch noch einen Parkplatz in der Nähe finden werden.

Wir landen direkt vor Companys Garden - also perfekt. Leider haben wir nicht genügend Zeit, den Park anzusehen, aber immerhin durchqueren wir ihn. Tolle Bäume, viele Sitzplätze und jede Menge Eichhörnchen. Allerdings entdeckt Max auch zwischen den Büschen eine Ratte. Sah eigentlich ganz putzig aus - fragt sich, warum ich dann so geschrien habe, als in meinem Kompost eine Familie eingezogen ist, dass der Nachbar angerannt kam...

Nachdem der Park durchquert und auch hier genügend Fotos gemacht wurden, war der Green Market Square nicht weit.

 

Auf dem Weg dahin eine Shopping-Straße mit Massen von Straßenhändlern. Natürlich konnte man "nur hier" die richtige Sonnenbrille kaufen. Gibt es garantiert nirgendwo anders. Und so günstig... 50,-R... dann 40,-R. Musste mein Sohn unbedingt haben!

Da shoppen hungrig macht (aber Hunger hat mein Sohn immer!) lassen wir uns am Green Market Square in einem Straßencafé nieder und bestellen für uns eine Vorspeisenplatter mit Humus, Gemüse, gefüllten Weinblättern etc. sowie ein Lamm Kebab (eher wie Haschee) dazu Weizenfladen. Schmeckt ganz gut, bis ich in den Weinblättern ein Wurm entdecke, den ich vorsichtig entferne, damit weder Lisa noch mein Sohn etwas davon mitbekommen. Geschrei oder so, kann ich jetzt nicht gebrauchen.Als ich bezahle, teilt mir die Kellnerin mit, dass es ein Stück von dem Weinblatt (Rebe) sei, sie habe es auseinander genommen. Wollen wir ihr mal glauben!

 

Nachdem die teure Sonnenbrille gleich auf die Erde gefallen ist, war die Schraube vom Bügel weg und die Brille damit ¨futsch¨. Somit musste eine neue her. Wurde dann beim nächsten Händler gefunden. 50,-R statt 150,-R. Als ich weitergehe, wird mein Sohn sauer, weil dies unbedingt die Brille ist, die er schon immer gesucht hat und endlich hat er die perfekte Brille gefunden. Wir diskutieren und schließlich geben sowohl Lisa als auch ich auf, denn er wird stinkig, wenn er nicht kriegt was er will. Ok. auch hier die Brille überteuert, aber schließlich ist es sein Geld.

2 Straßen später stellt er fest, dass die Brille komplett verkratzt ist und allerbilligster Machart, sodass er kaum etwas sehen kann. Also im Prinzip rausgeworfenes Geld. Aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich!

 

Nach dem Brillen-Desaster sind wir endlich auf der Long Street gelandet und waren auf der Suche nach besagtem T-Shirt für Lisas Vater. Keine Chance. Nur Touri-Mist zu überteuerten Preisen. Aber die Long Street hat sich zu einer Straße für Bettler und Schwarze verändert. Ich habe mich total unsicher gefühlt, obwohl an jeder Straßenecke Polizei steht. Trotzdem wird man ständig angebettelt.

Eine Situation habe ich (vermutlich richtig eingeschätzt, wie mir später bestätigt wurde) in Panik unterbrochen, als Max von einem Mann auf dem Green Market umarmt wurde. ¨Hej my brother¨.

Ich bin sofort dazwischen, da Max meine Handtasche umhängen hatte, und ich gerne Kreditkarte, Pass und Führerschein noch behalten wollte. Wie bereits erwähnt, wurde meine Tasche bereits in Hout Bay aufgeschlitzt.

¨Niemand ist hier dein brother¨, werde ich aufgeklärt, aber es ist eine beliebte Methode, da Europäer "sehr empfänglich" für diese Art Freundllichkeit sind und es leichter ist, ihnen auf diesem Wege das Geld aus der Tasche zu ziehen.Aha!

 

Wie gesagt, in der Long Street habe ich ein absolut schlechtes Gefühl in der Magengegend, deshalb will ich so schnell als möglich hier weg. Sobald wir die Straße verlassen und in einer der anderen Seitenstraßen sind, ist alles gut und ich bin wieder relaxed. Komisch, genau dieses Gefühl hatte ich auch bei meinem ersten Besuch am Abend, was vielleicht ja noch verständlich ist. Aber jetzt am hellen Tag? Bisher konnte ich mich immer auf mein Bauchgefühl verlassen. Und ich habe wirklich ein ganz flaues Gefühl in der Magengegend gehabt.

Auf irgendend einer der Reiseberichtseiten habe ich gelesen, dass durch verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in den Stadtbereichen, Kapstadt heute als sicherste Großstadt Südafrikas gilt.

Ich kann das für die Waterfront unterschreiben, sogar im Boo-Viertel, wo ich überhaupt keinen Polizisten gesehen habe, aber für den Bereich um die Longstreet gilt das definitiv nicht. Im Übrigen gehen Insider heute nicht mehr auf die Long Street, sondern eher in die Kloof Street, ganz am oberen Ende.

 

Wir bummeln noch durch ein paar Shoppingstraßen und begeben uns dann langsam auf den Rückweg. Zurück nach SW landen wir im Feierabend- & Baustellenverkehr. Chaotisch und hektisch, kreuz und quer. Wer das nicht gewohnt ist, braucht starke Nerven.

Zurück in SW verabschieden wir uns noch von Norfried & Renate, die morgen nach Namibia fliegen. Dann geht es zum Ocean Basket. Ammarentia kommt ebenfalls dorthin und Max & Lisa laden uns zum Sushi ein. Anschließend gibt es wieder die Platter for 2, die wir uns dann zu dritt teilen.

Mit Ammarentia fahre ich dann zurück, die beiden nehmen dann mein Auto mit nach Gordons Bay, da sie ab heute bei Margit auf der Farm wohnen. ... da wäre ich auch gerne. Richtig idyllisch und schön. So wie man sich allgemeinhin Afrika vorstellt, wenn man "Out of Afrika" gelesen hat.

 

Kosten: Frühstück Chatters 220,- R AB Ocean Basket 620,-R AB Parken 6,80 R PnP Getränke 241,51 R AB ME Green Market Square 210,10 R

 

weiter mit Tag 16