Tag 5 / Portoferraio

Das Reisen führt uns zu uns zurück  Albert Camus


Portoferraio

Portoferraio - Porto Azzurro 10.05.2018      Wetter: 18 C ° ☀️

Die Nacht war kurz - Dank Herrn Erdmann. Aber ich weiß ja, dass Männer Ihre Frauen vor den wilden Tieren beschützen müssen. Nur deshalb machen sie diese Geräusche... Aber so kann ich nicht schlafen. 🙉 Ich packe meine Decke und Kissen und wandere aus. Den Rest der Nacht verbringe ich auf der Bank in der Küche ...   Herr Erdmann erwacht froh gelaunt (grummel, grummel) - dann macht er Frühstück.

 

Heute steht Portoferraio auf dem Programm, eine von acht Kommunen und immerhin Hauptstadt der italienischen Insel Elba. Klar, dass hier auch die meisten Einwohner wohnen, so um die 12.000. Hier ist demzufolge auch das meiste los. Das liegt nicht nur am Fährhafen, wo die meisten Urlauber landen. Auch Einkaufsmöglichkeiten und ein kleines Industriegebiet ist hier zu finden. In Portoferraio gibt es zudem eine schöne Altstadt, das einstige Wohnhaus Napoleons - "Villa dei Mulini" und die zwei Festungen am Hafen (Forte Falcone & Forte Stella). Seinerzeit wurde auf der Insel Eisenerz abgebaut und mit Schiffen auf das italienische Festland transportiert. Daher auch der Name „Portoferraio“, übersetzt „Eisenhafen“. Soviel als Info, jetzt wollen wir die Stadt erkunden.

Wir finden einen Parkplatz am Hafen - und das sogar kostenfrei. Parkgebühren sind nur vom 1.6. bis 30.9. zu zahlen. Die Vorsaison hat also Vorteile. Theoretisch könnten wir jetzt einen Bummel durch die Stadt machen, aber da steht die kleine Bimmelbahn und verspricht eine Tour für 5,- €. Also werden die Gelenke geschont und schon geht es mit der Touristen-Bahn (für Faule) los, die Gegend zu erkunden. Die Tour hätten wir uns wirklich sparen können. Viel gesehen haben wir nicht. Wir sind durch die Festungs-anlage gefahren (ein Bummel wäre doch vielleicht interessanter gewesen). Den Treppenaufgang zur Festung Forte Stella haben wir bereits bei unserem letzten Besuch erklommen. Erbaut im 16. Jahrhundert unter Cosimo de Medici - der der Stadt seinen Namen geben und "Cosmopolis" neu erschaffen wollte. Da die Bimmelbahn nicht hält, ist auch eine Besichtigung nicht möglich. Nach ca. 20 Minuten sind wir wieder zurück am Ausgangspunkt im Hafen. Hier ist jetzt ein Kaffee fällig. Café = Espresso und Americano = eine Tasse Kaffee. Die nimmt Herr Erdmann mit Milch, die extra zu bestellen ist. Ein echter Italiener braucht so etwas nicht. Genauso wie eine Parkscheibe, wie mir Herr Erdmann erklärt.

Auch anschnallen findet der Italiener "peinlich" und trägt lieber ein T-Shirt mit Gurtaufdruck. Zumidest hat ihm das sein italienischer Kollege aus dem Restaurant im Hotel erzählt...

 

Nach den obligatorischen Fotos (und dem Versuch ein paar Video-Aufnahmen mit dem neuen Camcorder zu machen) fahren wir direkt weiter nach Porto Azzurro. Alleine die Anfahrt lohnt sich. Von alten Laternen entlang der Straße gesäumt, fährt man mit einer genialen Aussicht entlang der Hauptstraße Richtung Hafen. Hier warten jede Menge netter Lokale auf Besucher. Wir entscheiden uns für das, wo gerade auch die örtliche Polizei ihr Mittagessen einnimmt. Dort kann es ja nicht schlecht sein.

Die Festung, welche heute ein Gefängnis beherbergt, sehen wir uns nur aus der Ferne an. Kein Sightseeing, nur gemütlich sitzen und unser Mittagessen genießen. Aber wir kommen wieder, denn abends soll Porto Azzurro besonders schön sein.

Jetzt geht es zurück zum Campingplatz. In Italien ist jetzt nämlich Siesta. An diese Regel halten wir uns auch nach dem Kaffee

Allzu lange hält es mich nicht im Mobilhome. Mit Lilly werde ich die Anlage erkunden. Mal sehen, was es hier alles zu entdecken gibt. Zunächst also "bergab", denn unsere Bleibe ist ja oben auf dem Hügel. Vorbei am Botanico-Park, weiter zum Schwimmbad. Sieht sehr schön aus - allerdings konnte ich wegen Lilly alles nur von außen besichtigen.

Vorbau an Restaurant & Shop Richtung "Mare". Unterwegs nochmal schnell die Safari-Zelt-Unterkünfte ansehen.

 

Jetzt mal sehen, wie weit es zum Strand ist. - Ein Waldweg führt an verschiedenen Unterkünften vorbei Richtung Straße. Wie weit es wohl noch ist? Soll ich umkehren? Nein, jetzt will ich zumindest den Strand sehen. Eine Treppe führt zur Straße, dann rüber zur anderen Straßenseite (Achtung! Kurz vor unübersichtlicher Kurve). Geschafft!
Ein ausgewaschener Schleichpfad, eher ein Bergpfadpfad, für den man gutes Schuhwerk anhaben sollte, führt zum Strand. Ich habe Flip-Flops an...  OK. Es ist eine schöne Bucht - menschenleer - mit Kiesstrand. Links dann noch das abgeteilte Bagno mit Strandbar oder Restaurant. Naja, in Italien ist es üblich, dass der Strand häufig in Privateigentum ist.

Unser Rückweg unserem Haus dauert 20 Minuten. Also entweder einen besseren Weg oder einen anderen Strand suchen.

 

Als ich zurückkomme, hat Herr Erdmann sein "Nickerchen" beendet. Es gibt einen frisch gebrühten Kaffee und Kekse, serviert auf der Terrasse mit einem super Blick auf die Bucht! Dann die Frage: "Was essen wir heute Abend? Salat Zuhause oder irgendwo ein nettes Restaurant suchen?" Herr Erdmann möchte beim Essen aufs Meer schauen...

Zurück nach Porto Azzuro. Unser erster stopp Hotel Plaza - mit Panoramablick vom Restaurant auf den Hafen. Es handelt sich um ein 4* Hotel mit einem First-Class-Restaurant. Alles weiß eingedeckt. Super Edel! Toll!
Aber ich will nicht der einzige Gast sein, um den sich dann alle Kellner drehen - und die Preise sind sicherlich auch astronomisch. Beim nächsten Mal. Heute nicht, wir bevorzugen heute lieber etwas Legereres. Wir suchen uns ein Lokal am Hafen, nehmen einen Aperol, Herr Erdmann nimmt Spaghetti Vongole und ich eine Lasagne Vorspeise (allerdings zu Hauptgericht Preisen😉. Schnell noch den Sonnenuntergang fotographisch festhalten, durch die Gassen bummeln und dann zurück zu Lilly. Die wartet sicherlich schon auf uns!