Manche Städte sehen auf Fotos schön aus. Alsfeld sieht sogar in Wirklichkeit noch schöner aus.
Die historische Altstadt gehört zu den besterhaltenen Fachwerk-Ensembles Deutschlands. Mehr als 400 Fachwerkhäuser prägen das Stadtbild. Mittelpunkt ist der Marktplatz mit seinem berühmten Rathaus aus dem Jahr 1512, das zu den bedeutendsten Fachwerk-Rathäusern Europas zählt.
Beim Spaziergang durch die kleinen Gassen entdeckt man ständig neue Details:
kunstvoll geschnitzte Balken, schiefe Fachwerkfassaden, versteckte Innenhöfe und kleine Boutiquen. Besonders gemütlich wird es in den zahlreichen Cafés und Restaurants rund um den Marktplatz.
Alsfeld liegt ebenfalls an der Deutschen Märchenstraße und widmet sich diesem Thema mit dem Märchenhaus und verschiedenen Veranstaltungen das ganze Jahr über.
Trotz seiner touristischen Bedeutung hat sich die Stadt ihren ursprünglichen Charme bewahrt und wirkt nie überlaufen.
Campersbay-Tipp: Unbedingt am Abend noch einmal durch die Altstadt laufen. Wenn die Fachwerkhäuser beleuchtet werden und die Tagesgäste verschwunden sind, zeigt Alsfeld seine schönste Seite.
Historisches Alsfeld – Wohlstand an der Handelsstraße
Die Geschichte Alsfelds reicht vermutlich bis in die Karolingerzeit zurück. Ausgrabungen unter der Walpurgiskirche belegen, dass sich bereits im 9. oder 10. Jahrhundert an dieser Stelle eine romanische Kirche befand. Die günstige Lage an der historischen Handelsroute „Kurze Hessen“, einer wichtigen Verbindung zwischen Frankfurt und Norddeutschland, sorgte dafür, dass sich Alsfeld rasch entwickelte. Bereits 1222 wird die Stadt urkundlich erwähnt.
Im Mittelalter florierten Handel und Handwerk. Tuchmacher, Gerber und Kaufleute brachten Wohlstand in die Stadt. Besonders im 16. Jahrhundert erlebte Alsfeld seine Blütezeit. Aus dieser Epoche stammen viele der prachtvollen Fachwerkhäuser, die noch heute das Stadtbild prägen. Rathaus, Weinhaus und Hochzeitshaus zeugen vom Reichtum der damaligen Bürger.
Während des Dreißigjährigen Krieges erlitt Alsfeld erhebliche Schäden und verlor einen Teil seiner wirtschaftlichen Bedeutung. Dass die historische Altstadt dennoch nahezu vollständig erhalten blieb, ist ein Glücksfall. Seit den 1970er Jahren wurde sie aufwendig restauriert und gilt heute als eines der schönsten Fachwerkensembles Deutschlands.
Das Alsfelder Rathaus ist weit mehr als nur ein Verwaltungsgebäude. Es gilt als eines der bedeutendsten Fachwerk-Rathäuser Deutschlands und wurde zwischen 1512 und 1516 erbaut. Besonders auffällig sind die zwei markanten Erkertürme und die reich verzierte Fachwerkfassade.
Im Obergeschoss befand sich einst ein Tanzsaal, während die „Kleine Stube“ als Gerichtssaal genutzt wurde. Noch heute kann man im Inneren historische Wandmalereien, kunstvolle Holzarbeiten und eine prächtige Renaissance-Tür bewundern.
Für viele Besucher ist das Rathaus das schönste Fotomotiv der Stadt – und vermutlich eines der meistfotografierten Fachwerkgebäude Deutschlands.
Schon von weitem prägt der rund 50 Meter hohe Turm der Walpurgiskirche die Silhouette Alsfelds. Die evangelische Stadtkirche ist nicht nur das wichtigste Gotteshaus der Stadt, sondern auch ein beeindruckendes Zeugnis von über 1.000 Jahren Baugeschichte.
Unter der heutigen Kirche entdeckten Archäologen die Fundamente einer romanischen Kirche aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gotteshaus immer wieder erweitert und umgebaut. Besonders eindrucksvoll ist der spätgotische Chor von 1393, dessen Gestaltung von den berühmten Baumeistern des Prager Doms beeinflusst wurde.
Eine spannende Geschichte rankt sich um den Kirchturm: Der ursprüngliche Turm stürzte 1394 ein und musste komplett neu errichtet werden. Sein heutiger Renaissance-Aufsatz wurde erst 1543 vollendet. Bis 1921 wohnte sogar ein Türmer im Turm und hielt Ausschau nach Bränden oder Gefahren für die Stadt.
m Inneren beeindrucken ein romanischer Taufstein, spätgotische Fresken, kunstvolle Schnitzarbeiten und historische Epitaphe. Besonders bemerkenswert sind die sieben Glocken der Kirche, von denen die älteste bereits aus dem Jahr 1333 stammt.
Stellplatz Alsfeld: 🚐: Fuldaer Weg, Alsfeld,
Kosten 8 - € für 24 Std. ab 18.00 Uhr, Strom 0,50€ (Stand 2026)
GPS: 50°44'56" N / 09°16'42" E