China Tag 10 - Wuhan - Shanghai

Das Geheimnis des Glücks ist, statt der Geburtstage die Höhepunkte des Lebens zu zählen  Mark Twain


Wuhan - Shanghai

11 Mar 2017 (Sa) Wuhan – Shanghai (Hochgeschwindigkeitszug) (F)
Nach dem Frühstück fahren Sie mit Hochgeschwindigkeitszug nach Shanghai. Nach Ankunft folgt der Transfer zum Hotel.

Den Rest des Tages steht es Ihnen frei, die Stadt auf eigene Faust zu entdecken oder sich im Hotel ein wenig auszuruhen.
Optionale Tour (ca. 4.5 Stunden): Abendessen + NachtTour in Shanghai, 30 Euro per Person.

Was uns erwartet

Die Stadt liegt in der Mitta Chinas uns ist ein bekannter Verkehrsknotenpunkt. Nach Shanghai 700 km, Peking 800 km. Wir setzen unsere Reise jetzt im Hochgeschwindigkeitszug fort. Die Tickets erhalten wir vorab von Frau Xu, die uns daran erinnert, dass wir den Reisepass mitnehmen müssen. Es gibt hier Sicherheitskontrollen wie am Airport. Die Tickets sind mit Datum, Zugnummer, Sitzplatz und unserer Passnummer versehen. Wir werden mit Namen aufgerufen, was allerdings zu Schwierigkeiten führt, da bei vielen als Name der zweite Vorname aufgedruckt war. Mit Pass und Ticket passieren wir den Eingang und die Sicherheitsschleuse, bevor wir im VIP Warteraum Platz nehmen dürfen. Wie die VIP-Lounge am Airport, mit Hostessen am Check Inn Schalter. Das wird bei uns bald auch so, meint einer der Mitreisenden.
Frau Xu fragt uns, ob wir die News aus Deutschland kennen? Gestern gab es in Düsseldorf einen Anschlag am Bahnhof mit einer Axt und es wurden fünf Menschen getötet. Ein Mann aus dem Kosovo - geistig verwirrt... zimindest ist das die offizielle Version (...bis sich der IS zu dem Anschlag bekennt!).

Im Zug nehmen wir unsere Sitzpltze ein, dieses Mal als Gruppe zusammen. Ich sitze neben Frau Poppen... aus Einbeck, die mir am Bahnhof ihre Visitenkarte gab mit dem Hinweis, dass sie ab Herbst freie Zeit hätten, wegen Südafrika. Sind sie unsere ersten Gäste?

 

Der Zug fährt mit ca. 216 km/h Richtung Shanghai. Tickets müssen bereits lange vorher im Internet oder vor Ort gebucht werden, denn der Zug ist ziemlich ausgebucht. Für die 700 km benötigen wir ca. 4-5 Std. Tatsächlich haben wir 6,5 Std. gebraucht, da wir gelegentliche stopps eingelegt haben. Unterwegs neben den bereits bekannten Hochhaus Megabauten rehts und links auch ab und zu kleine Häuser. Irgendwann werden auch sie für die nächsten Hochhaussiedlungen weichen müssen. Aber wer soll eigentlich in diese ganzen Hochhäuser einziehen? Nachdem die 1-Kind Politik weggefallen ist, wird China sowieso bald die Welt "überrollen". Dann wird es überall auf der Welt so aussehen wie hier. Einen ersten Vorgeschmack haben wir ja bereits an der Waterfront in Südafrika bekommen.

Eine interessante Frage kam von einem der Herren, was mit den Bauten nach 50-60 Jahren passiert, wenn diese baufällig geworden sind? Wie sollen diese bei dieser dichten Bebauung gesprengt werden? Oder werden sie zu Bauruinen, wie so vieles hier?

Sightseeing & Lichterfahrt

Nach unserer Ankunft in Shanghai stand auf dem Reiseplan die Fahrt zum Hotel, um etwas auszuruhen. Allerdings hatten wir die Planung ohne Frau Xu gemacht. Da das Hotel etwa eineinhalb Stunden vom Zentrum entfernt sei, habe man beschlossen, nicht zum Hotel zu fahren, sondern gleich die Stadtrundfahrt zu starten, die eigentlich erst für den nächsten Tag vorgesehen sei. Unterstützt wird sie auf der Stadtrundfahrt von ihrer neuen Kollegin „Christine“ (und das als Chinesin). Im Anschluss daran würde man dann auch gleich die Nachttour anschließen. Aha! Die Gäste, die die Nachttour nicht gebucht haben, müssen irgendwie zurück ins Hotel. Oder werden die jetzt zur Nachtfahrt verdonnert?? Ist nicht unser Problem, wir haben die Nachtfahrt gebucht, aber ich hätte mich natürlich gerne vor der Nachtfahrt etwas frisch gemacht. Wir sind schließlich schon stundenlang unterwegs.

Endlich haben wir die Innenstadt erreicht. Zunächst wurden wir an der Uferpromenade ausgespuckt. Die obligatorischen Fotos - insbesondere der Chinesen- werden vor der Blumenwand gemacht oder am Ufer, die Wolkenkratzer im Hintergrund. Überall Handysticks. Können die Chinesen überhaupt ohne? Nachdem wir die Promenade auf und ab gelaufen waren, hat uns der Bus wieder eingesammelt. Der nächste stopp liess dann jedes Frauenherz höher schlagen. "Fussgängerzone"! Mit der 5 Kilometer langen „Nanjing-Einkaufsstrasse". Hier gibt es sämtliche Marken - echt oder als Fake. 200.000 Besucher tummeln sich hier täglich. Leider bleiben nur wenige "Minuten", die Frau Xu uns für diese Straße zugesteht. In den einen oder anderen Laden einen Blick im Vorbeigehen. Direkt vor mir ein Laden mit Jacken - da muss ich rein. China ist kälter als gedacht und jetzt ist die Chance. Es bleibt nicht genügend Zeit mich in die Schlange an der Kasse einzureihen, daher muss ich mich leider vordrängeln. Tut mir leid! Hatte keine andere Chance. Im Prinzip, Laden rein, Jacke in der entsprechenden Größe schnappen und sofort zur Kasse. Sonst verpasse ich den Rest der Reisegruppe. Wie soll ich die denn sonst wiederfinden? Immerhin standen uns 30 Minuten (mit Nachverhandlung) für den Besuch dieser Straße zur Verfügung... Es bleibt daher keine Chance einen Shopping-Bummel zu machen, sondern nur im Eilschritt Frau Xu zu folgen. Nach 30 Minuten geht es weiter zum nächsten Programm-punkt. Wir fahren zu einem ziemlich runtergekommenen Restaurant, direkt gegenüber dem Gefängnis. Essen katastrophal! Also schnell weiter. Die optionale Nachttour durch Shanghai für ca. 30.- Euro extra. Der Bus bringt uns zur Anlegestelle, denn es geht per Boot weiter. Lange Schlangen stehen auch hier an. Ich hoffe, es gibt mehrere Ausflugsboote und nicht alle versuchen, auf das gleiche Boot zu kommen :) Es ist schweinekalt und ich hoffe, wir dürfen bald auf das Boot. Allerdings ist es auch nicht viel wärmer. Ausserdem wollen alle die beleuchteten Wolkenkratzer fotografieren und das geht nun mal nur vom Deck aus. Um 19.30 Uhr ging es los mit der Tour im Hafenbecken. Die beleuchteten Wolkenkratzer und sonstigen Gebäude sind hammermässig angestrahlt und illuminiert. So etwas habe ich noch nie gesehen! Echt, krass! Super! Einfach toll!
Ich drücke mich zwischen hunderte von Chinesen, die mit Selfiestick bewaffnet ebenfalls an Deck gestürmt sind. Ich knipse und knipse in der Hoffnung, dass ein schönes Bild dabei ist - ohne irgendwelche weiteren Chinesen im Bild. Nach ca. 2 Std. war die Fahrt zu Ende. In Anbetracht der Kälte hatte ich auch nichts dagegen, bei wärmeren Temperaturen wäre es sicherlich schöner gewesen. So, jetzt sind wir seit 5 Uhr auf den Beinen, jetzt geht es zurück ins Hotel.

Tja, denkste! Auf dem Plan steht noch ein weiterer Programmpunkt. Ist Frau Xu noch bei Trost? Es ist spät abends, schweinekalt und ich bin todmüde. Ich bin aber sicherlich nicht die Einzige, der das so geht. Der Busfahrer stoppt jetzt bei irgendwelchen Wolkenkratzern, die man sich unbedingt ansehen muss. Man kann die sogar besichtigen oder mit dem Aufzug nach oben fahren. Ist mir total egal. Ich bin müde und warte im Bus. Hoffentlich dauert diese Beesichtigung nicht allzu lange. Irgendwann sind endlich wieder alle im Bus und es kann zurück gehen ins Hotel. Fahrtzeit nochmals eine Stunde. Dafür liegt unser Hotel direkt neben einem Golfplatz. Warum hat uns keiner gesagt, dass wir Golfschläger einpacken sollen? Gegen 23.00 Uhr können oder soll ich sagen "dürfen" wir dann endlich relaxen oder todmüde ins Bett fallen. 18 Stunden Xu-Marathon!

 

Ist das eigentlich System, dass die Hotels so weit draussen liegen, damit man nicht abends alleine auf die Piste geht? Wahrscheinlich ist es lediglich der Preis für die Busgruppe, die eben ausserhalb einfach günstiger ist, als in der Stadt. Ist in Deutschland ja nicht anders. Aber etwas schwieriger ist es natürlich schon für Touristen, ohne Chinesisch-Kenntnisse alleine auf die Piste zu gehen. Ist ja auch nicht gewollt!!! Alles in Zeichensprache und kaum jemand spricht englisch. Nicht einmal in den Hotels an der Rezeption. Von Taxifahrern ganz zu schweigen.

Shanghai Infos

Shanghai ist Chinas zweitgrößte Stadt mit etwa 24 Millionen Einwohner. Auf 6300 QM³ Fläche teilen sich nicht nur 24 Einwohner, sondern auch noch jeweils ein dazugehöriges Auto sowie 20.000 Busse und 50.000 Taxis die Strassen. Um das Ganze etwas einzuschränken, werden monatlich auch höchstens 8000 Neuzulassungen genehmigt. Aber um hier Auto fahren zu dürfen sind schon noch ein paar Zusatzkosten fällig. Zum Beispiel für das Nummernschild. In einem bestimmten Rotationssystem dürfen jeweils nur die Autos mit einer bestimmten Nummerendung fahren. Was macht der erfinderische Chinese? Klar, er meldet weitere Autos an.

Hier gilt sowieso höher, grösser, schneller etc. Also hat Shanghai den größten Hafen der Welt, das höchste Bauwerk mit dem „Shanghai Tower“  (632 Meter hoch).Der Bauboom ist auch hier weiterhin ungebrochen. Zwischenzeitlich ragen 6000 Hochhäuser in den Himmel – Ende nicht absehbar.

 

Noch mehr Infos über Shanghai gefällig?

Location

Hotel: Holiday Inn Crown Plaza, No.6655

Hutai Road 19, Lake Meilan Road, Shanghai 201908


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